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Kompromiss für den Springer Stadtforst

SPRINGE. Der Springer Stadtwald wird künftig nach dem „LÖWE+“-Programm der Landesforstverwaltung bewirtschaftet. Etwa zehn Prozent der Fläche sollen dabei aus der Bewirtschaftung entnommen werden. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung – nicht ohne Gegenstimmen.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Das Thema war schon in einer außerordentlichen Sitzung des Umweltausschusses ausführlich diskutiert worden. Besonders die Zehn-Prozent-Klausel im Antrag der Gruppe SPD-Grüne-Linke auf eine möglicht naturnahe Bewirtschaftung des Stadtforsts war den Kritikern ein Dorn im Auge. Vor allem die Verkaufserlöse – und damit Einnahmen –, die der Stadt dadurch entgingen, wurden dabei als Argument aufgeführt.

Heinrich Freimann (CDU) rechnete jetzt vor: Zehn Prozent würden 456 Festmetern Holz entsprechen, „das wir nicht zur Energiegewinnung nutzen“. Diese 456 könnten umgerechnet 128 000 Liter Heizöl ersetzen.

Es sei allerdings ein Rechenfehler, bei den zehn Prozent die bisher geerntete Holzmenge zugrunde zu legen, erklärte Katja Galler von den Grünen. Vielmehr sollen in dem Anteil die Flächen zusammengefasst werden, die ohnehin schon nicht oder kaum bewirtschaftet werden – in denen also selten Bäume gefällt werden, um sie als Bau- oder Brennholz zu verkaufen. Dazu zähle etwa der Ruheforst an der Sophienhöhe, die Steilhänge am Steinbruch oder das vor Kurzem ausgewiesene Naturschutzgebiet.

Programm der Landesforsten als Kompromiss

Das LÖWE+ („Langfristige Ökologische Waldentwicklung“)-Programm wurde von der Verwaltung als Kompromiss für eine Bewirtschaftung nach waldökologischen Prinzipien vorgeschlagen. Unter anderem, weil es auch von den Landesforsten im Forstamt Saupark angewendet wird und der Nachfolger des bisherigen Stadtförster Bernd Gallas, der Ende des Monats in den Ruhestand geht, somit einen kompetenten Ansprechpartner in der direkten Nachbarschaft hat.

Zum Beschluss, der mit fünf Gegenstimmen angenommen wurde, gehört auch, dass erste Ergebnisse nach fünf Jahren ausgewertet und eine Zwischenbilanz gezogen werden sollen.

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