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Hohlraum wird morgen untersucht

Kollwitz-Straße: Pferd bricht in Fahrbahn ein

Springe. Warum er ausgerechnet die Käthe-Kollwitz-Straße entlanggefahren ist am Sonntagmorgen, das konnte Fred Schulz gestern gar nicht mehr sagen. Der Völksener wollte mit seiner Frau per Kutsche von Völksen nach Springe, um beim Klimaschutztag Besuchern gemütliche Rundfahrten anzubieten. Doch was dann passierte, beschäftigt später Polizei und Stadtverwaltung.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Gegen 10.45 Uhr knicken bei Schulzs Friesenhengst „Meie“ plötzlich die Vorderbeine weg, das große Pferd fällt nach vorne über. Schulz und seiner Frau fährt ein riesiger Schreck in die Glieder: „Ich dachte erst, er wäre gestolpert. Wenn ein Pferd im Geschirr stürzt, das kann böse ausgehen.“

Während sich „Meie“ aufrappelt, springt der Völksener vom Kutschbock und will nach dem Pferd schauen. Erst dann bemerkt er, was das Tier wirklich stürzen ließ: In der Fahrbahn der Käthe-Kollwitz-Straße klafft ein großes, dunkles Loch. Mehrere Handbreit im Durchmesser, am Boden kann man Steinbrocken erkennen. Und sonst: gähnende Leere, bis weit unter die noch intakte Fahrbahn. Die Straßenoberfläche ist unter den Hufen von Meie regelrecht zerbröselt.

Scholz kontrolliert sofort den Zustand von „Meie“ – und atmet erst mal auf: „Er hatte nichts gebrochen und hat auch nicht gelahmt.“ An den Gelenken der Vorderbeine hat das Pferd Wunden vom Sturz, das Geschirr ist beschädigt. Trotzdem habe der Hengst seinen Kutschdienst beim Klimaschutztag wie geplant absolvierten können, sagt Schulz.

Der Völksener alarmiert direkt nach dem Sturz die Polizei, die wiederum den Notdienst des städtischen Bauhofs informiert. Noch am Sonntag wird das Loch provisorisch abgesperrt, um weiteren Schaden zu vermeiden. Gestern Vormittag machten sich dann Mitarbeiter des Fachdienstes Tiefbau an eine erste Bestandsaufnahme des Schadens – gemeinsam mit dem Experten einer Baufirma.

Schnell steht fest: Die Fahrbahn muss geöffnet werden, um das ganze Ausmaß des Schadens überblicken zu können. Spätestens am Mittwoch sollen Bautrupps anrücken, die auch für die Reparatur und Ursachenforschung zuständig sind.

Der städtische Straßenbeauftragte Gerd Gennat vermutet nach einem ersten Blick ins Loch, dass der Boden unter der Fahrbahn weggespült wurde: „Das kann immer dann vorkommen, wenn Wasser fließt, das eigentlich nicht fließen soll.“ Sprich: Der Kanal unter der Käthe-Kollwitz-Straße ist möglicherweise undicht und das austretende Wasser hat über Jahre oder gar Jahrzehnte die Erde aufgeweicht und schließlich abgetragen. Die Leitungen an der Kollwitz-Straße stammen laut Gennat aus den 1950er-Jahren – seien aber vor etwa einem Jahrzehnt ohne Befund kontrolliert worden. Er rechnet mit Reparaturkosten von „mehreren tausend Euro“. Und ist sich der Gefährlichkeit des Schadens durchaus bewusst: In so einem Hohlraum könne „auch schon mal ein Auto versinken“.

Schulz hat gestern bereits mit der Stadt gesprochen. Er rechnet damit, seinen Schaden über die Versicherung der Verwaltung ersetzt zu bekommen.



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