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Körperverletzung: Springer zu 100 Sozialstunden verurteilt

SPRINGE. Die Liste der Anklage war lang: Mehrfach soll ein 19-Jähriger einen anderen Mann attackiert haben. Er bedrohte ihn mit einem Messer und nahm ihm das Handy weg. Zudem beleidigte er ihn per SMS.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Jugendrichter Christian Lubrich verurteilte den ehemaligen Springer am Amtsgericht zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit, zudem muss er an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen. „Ich sehe ein, dass das nicht richtig war, was ich gemacht habe“, zeigte sich der junge Mann einsichtig. Für sein Verhalten habe er aber gute Gründe gehabt, ist er sich auch heute noch sicher. Den 38-Jährigen, mit dem er immer wieder aneinandergeraten ist, kenne er seit dem vergangenen Jahr. Damals bot er dem Angeklagten für eine Weile Wohnraum an. Doch das Verhältnis wurde wohl rasch schlechter.

Der Mann habe ihn gemeinsam mit einem anderen vergewaltigen wollen, berichtete er. Immer wieder habe der Ältere die damalige Freundin des Angeklagten und deren Schwester sexuell belästigt. „Ich hatte eine Wut auf ihn und wollte die Frauen beschützen“, berichtete der 19-Jährige. Als die beiden sich im letzten Herbst zufällig in einem Park trafen, eskalierte die Situation. Der Angeklagte schilderte es so: Sein Kontrahent sei mit einer der Schwestern unterwegs gewesen. „Er wollte sie abfüllen und gefügig machen.“ Dann habe der 38-Jährige die Frau und ihn beleidigt. Da habe er ein Messer gezückt, das er oft bei sich habe und den Älteren damit abschrecken wollen. „Er hat gedroht, mich abzustechen“, berichtete der 38-Jährige in seiner Zeugenaussage vor Gericht.

„Ich hatte innerlich Hass“, beschrieb der junge Mann die Lage. Er selbst sei „mit Schlägen aufgewachsen“ und Gewalt sei ihm schon seit Kindertagen vertraut. Das Messer warf er schließlich ins Gebüsch, die Männer trennten sich. Als sie ein weiteres Mal aneinandergerieten, ging es auch um ein Handy, das der Angeklagte zuvor habe nutzen dürfen.

Nun wollte er es haben und sah sich im Recht. Der andere hätte all seine Sachen in der Wohnung behalten, aus der er selbst inzwischen ausgezogen sei. Es kam wieder zu einer Auseinandersetzung, in der der Angeklagte den Älteren in den Würgegriff nahm.

Später schrieb er ihm per SMS wüste Beleidigungen und drohte: „Wenn ich dich finde, bringe ich dich um“. Das sei Straßenjargon, das habe er nicht so gemeint, erklärte der Angeklagte. Verantworten musste er sich auch noch wegen eine Attacke auf zwei andere Männer sowie wegen Beschädigung einer Baulampe. Auch diese Tatvorwürfe räumte der junge Mann ein. Er sei teilweise stark alkoholisiert gewesen. Heute lebt der junge Mann auf einem Campingplatz. Dort will er auch vorerst bleiben, berichtete er.

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