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Der Ortsrat Alvesrode sucht nach dem besten Weg, das Dach der Schmiederhalle schnell zu reparieren

„Können wir uns auf die Verwaltung verlassen?“

Alvesrode (zett). „Wir sind – gelinde gesagt – enttäuscht.“ Mit diesen Worten eröffnete der stellvertretende Ortsbürgermeister Rudolf Bennecke (SPD) am Montagabend die Diskussion über die Sanierung der Schmieder-Halle. Dass die Reparatur im neuen Haushaltsplan der Stadt erst für 2015 eingeplant sei, gehe nicht, so Bennecke. Am Ende des Abends einigten sich die Politiker auf eine klare Forderung: Die Stadt wird beauftragt, die Halle erst einmal instand zu setzen – und die Kosten mit der umfassenden Sanierung im Jahr 2015 zu verrechnen.

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275 000 Euro sind in drei Jahren vorgesehen – dann sollen Heizung, Elektrik, Fassaden und Dach erneuert werden. Doch Letzteres kann aus Sicht des Ortsrats nicht warten, betont Bennecke: „Es regnet rein!“

Aus seiner Sicht ist die Gefahr groß, dass die Schmieder-Halle bald so marode ist, „dass die Verwaltung uns vorrechnet, dass wir nur noch abreißen können. Und das wäre der Gau für Alvesrode.“ Ortsbürgermeister Dieter Gonschorek (CDU) zeigte sich zunächst optimistisch: „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir das Dach saniert bekommen.“ Damit die Stadt auch eine Garantie für eventuelle Defekte hat, gehe der Trend dazu, eine Fachfirma zu engagieren. Das habe er aus Gesprächen mit der Verwaltung mitgenommen, erklärte Gonschorek: „Diese Gelegenheit sollten wir ergreifen.“ Dass alternativ auch die vom Ortsrat angeregte Eigenleistung funktionieren würde – „daran habe ich keine Zweifel“, sagt der Ortsbürgermeister.

Dass sie die sofortige Sanierung des Daches wollen – daran bestand also Einigkeit unter den Ortsratspolitikern. Die Frage ist nur: Wie bekommt man Rat und Verwaltung am besten dazu, der Forderung auch nachzukommen? Gonschorek forderte zunächst, keinen eigenen Haushaltsposten für die Halle zu schaffen, sondern auf das allgemeine städtische Budget für „Bauunterhaltung“ zu setzen. Hier habe ihm der zuständige Fachdienst zugesichert, „gute Chancen auf eine Finanzierung“ zu sehen.

Für Ratsherr René Bennecke (SPD) wäre dagegen die Aufnahme in den Haushalt die sichere Variante: „Die Frage ist: Können wir uns auf Zusagen der Verwaltung verlassen?“ Die politische Mehrheit für die Halleninstandsetzung habe schon einmal bestanden: „Aber dann wurden wir vertröstet.“ Da stimmte dann auch Gonschorek zu: „Wenn wir da einmal 50 000 Euro bekommen, das wäre das Beste.“

Dass die Sanierung der Halle im Ort eine hohe Priorität habe, daran ließen die Politiker keinen Zweifel. Aus Sicht von Gonschorek ist das Projekt zuletzt gar noch dringlicher geworden: „Unser Sportverein hat nach dem Brand der Bisonhalle die Bogenschützen aufgenommen. Die trainieren jetzt hier – das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

Wolfgang Nickees (Freie Wähler) brachte noch eine andere Variante ins Spiel: So könne die Stadt bei den für das laufende Jahr eingeplanten 20 000 Euro für die Anlage eines Regenwasseranschlusses an der Halle sparen. Doch dieses Vorhaben sei gesetzlich vorgeschrieben: „Da bekommst du nie im Leben eine Mehrheit für“, entgegnete René Bennecke. Geprüft werden soll der Antrag jetzt trotzdem, beschloss der Ortsrat.

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