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Harbergfest: Warum sich die Gebote für den Naturstock überschlagen und am Ende alle zufrieden sind

Knallharte Bieterschlacht

Gestorf. Das gab es noch nie in der 1925 beginnenden Geschichte des Naturstockes in Gestorf: Bis zum Schluss der über eine Stunde dauernden Versteigerung lieferten sich Vanessa Hering und Max Nold eine Bieterschlacht. Beide wollten den Naturstock für ihre Familien haben.

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Autor:

VON FRIEDHELM LÜDERSEN

Euro um Euro wanderte in die Büchse des Auktionators Thomas Titz. Die Versteigerungsleitung wurde langsam nervös, als bei über 300 Euro Einnahme keiner der beiden Kaufinteressierten schlappmachte. Um die Sache ins Trockene zu bringen und auch den Geldbeutel der jugendlichen Bieter zu schonen, machte Cheforganisatorin Rosemarie Eicke den Vorschlag, den bietenden Familien den Naturstock für je ein halbes Jahr zu übergeben. Vanessa und Max waren damit einverstanden und gaben sich zur Versöhnung die Hand.

Etwa 80 Gestorfer waren am Pfingstsonntag früh aufgestanden, um sich bereits um 7 Uhr auf dem Gestorfer Kirchplatz zu treffen und zum Harbergfest in den grünen Wald zu wandern. Auch der Musikverein Gestorf war dabei. Er lieferte den musikalischen Rahmen für die Wandergruppe beim Marsch Richtung Süden zum bewaldeten Harberg und spielte auch auf dem Fest.

Auf einer als Festplatz genutzten Lichtung warteten bereits weitere Besucher. „Es sind rund 200 Teilnehmer gekommen“, freute sich Heinrich Eicke, der seine Frau Rosemarie als Cheforganisatorin und das große Helferteam tatkräftig unterstützte. Auf der Lichtung war ein Holzkreuz aufgebaut und eine Kanzel installiert. Die Gestorfer feierten nach einem kräftigen, frisch gebrühten Kaffee hier mit ihrem Pastor Anselm Stuckenberg einen festlichen Gottesdienst unter freiem Himmel.

Einer der Höhepunke des Harbergfestes war danach das Flaschensuchen für Kinder. Diese Tradition geht auf eine Begebenheit von 1885 zurück. Vor genau 130 Jahren wurde damals nach einer Idee des Musikvereins dieser Brauch ins Leben gerufen.

Nach der Vereinsgründung gingen die singenden jungen Leute damals am Pfingstfest zum Feiern hinaus in den Wald – es gab ja noch kein Fernsehen. Sie nahmen Getränke mit. Was nicht getrunken wurde, haben sie damals vergraben, um es im nächsten Jahr zu suchen. Das wird nun nachgestellt, indem Mitglieder des Musikvereins Ostern fünf Flaschen im Waldboden versenkten. Die Natur hat alle Grabestellen wieder zuwachsen lassen, sodass es die Kinder beim Finden nur mit Händen und Stöcken schwer hatten. Die Suchteams waren nur mäßig erfolgreich.

Sie konnten nur drei Flaschen finden, eine wurde beim Nachgraben noch ausgebuddelt, die fünfte war eine leere Sektflasche. Die Organisatoren vermuten, dass sich hier jemand einen Scherz erlaubt und die volle Flasche gegen eine leere ausgetauscht hat.

„Leere Flaschen sind nie vergraben worden“, ließen die Organisatoren verlauten. Die Kinder und Suchmannschaften konnten die Flaschen gegen Süßes eintauschen. Alle Teilnehmer bekamen eine süße Tüte. Zweites Event war dann die Versteigerung des Naturstockes, ein mit beschrifteten Schärpen geschmücktes Naturholz, die jeder Besitzer anbringen muß.

Er ist begehrt und schon weit gereist. „Er war bereits in Rheinhausen, Bremen und 1973 sogar in Norwegen“, berichtete Thomas Titz.



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