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Klein-Tibet in der Burgstraße

SPRINGE. Geld dürfen sie keins haben – Armut gilt bei buddhistischen Mönchen als eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zur Erleuchtung. Aber alle Projekte im Kloster kosten Geld. Und das ruft den Verein Geyjeling auf den Plan, der seit Mitte Oktober ein Ladengeschäft an der Burgstraße betreibt.

Willkommen in einer anderen Welt: Kathrin Hill zeigt die Fotoausstellung im Ladengeschäft an der Burgstraße. FOTO: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Drinnen riecht es exotisch: nach Blumen, Früchten, Harz. Draußen, vor der Fassade des Altbaus an der Burgstraße, einer der wichtigsten Geschäftsstraßen in der Kernstadt, flattern bunte tibetanische Gebetsfahnen im Wind. Kathrin Hill empfängt Besucher mit einem breiten Lächeln. Schwere Stühle, hölzerne Tische und Regale stehen im Verkaufsraum – zum Verkauf. Aber in erster Linie will Hill, die den Laden führt, das Geschäft als Zentrum des kulturellen Austauschs und der Begegnung verstanden wissen. Aber auch Informationen über tibetanische Gesundheitstechniken werden angeboten.

„Spenden und Einnahmen, die gemacht werden, fließen in die Geyjeling-Vereinskasse“ sagt Hill. Unterstützt werde damit das Kloster Geyje Norling in Nordindien. „Da stehen eine Menge Projekte an“, sagt Hill. So soll etwa eine Schule auf dem Gelände an den Hängen des Himmalya entstehen. „Das Kloster ist für alle Bewohner in den benachbarten Orten Anlaufpunkt für soziale und medizinische Probleme“, sagt Hill, schließlich übernehmen die Mönche auch Aufgaben der Pflege und Bildung. Jede Investition ins Kloster sei auch eine Investition in die Infrastruktur. Um die kümmerten sich die Mönche generell, seit einiger Zeit arbeiteten sie daran, eine Straße in die Berge zu bauen.

In den hinteren Räumen des Ladengeschäfts gibt es eine kleine Fotoausstellung. Auf den Bildern wird das Leben der Mönche im Kloster und der einfachen Leute rund ums Kloster gezeigt. 57 Mönche leben im Kloster, einer von ihnen ist der 42-jährige Lama Jampa Chojor Rinpoche. Der ist mittlerweile nur noch zu Besuch. Die meiste Zeit ist er in Spanien, Deutschland und den Niederlanden unterwegs. Dort lehrt er tibetanische Meditationskunst, gibt Gesundheitsratschläge und wirbt um Spenden für sein Kloster, das er mehrmals jährlich besucht, häufig mit Freunden aus Europa im Schlepptau.

Gemeinsam mit sechs weiteren Mitgliedern hat er den Geyjeling-Verein gegründet, der seinen Sitz in der Burgstraße hat. Geplant ist, dass der Lama, der bereits mit fünf Jahren ins Kloster kam, regelmäßig in Springe vorbeikommt und die Kultur des tibetanischen Buddhismus am Deister erklärt. Weitere Veranstaltungen sind in dem Ladengeschäft geplant, etwa morgendliche Meditationen.

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