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Kleingarten-Pläne bremsen IGS-Ausbau

Springe. Entweder es gibt sie, diese Kleingärten. Oder es gibt sie nicht. Klare Sache eigentlich. Wenn man mit Behörden und Gesetzen zu tun hat, ist alles manchmal nicht mehr ganz so klar und einfach. Denn dann gibt es Kleingärten manchmal nur auf dem Papier. Und von dort bremsen sie gerade den dringlichen Ausbau des Schulzentrums Nord zur Integrierten Gesamtschule. Die Politik soll jetzt helfen.

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Konkret geht es um eine Fläche zwischen dem Schulzentrum an der Adolf-Reichwein-Straße und der Jägerallee, südlich des Diakoniezentrums. Das gesamte Gelände ist per Bebauungsplan seit knapp 20 Jahren als Kleingartenfläche ausgewiesen. Tatsächlich stehen die Lauben aber nur auf der östlichen Hälfte, direkt an der Jägerallee.

Und dann kommt wieder das Gesetz ins Spiel. Denn das sagt, vereinfacht ausgedrückt: Es zählt nicht das, was ist, sondern das, was sein könnte. Klingt philosophisch. Und hat ganz irdische Konsequenzen. Denn für den Ausbau des Schulzentrums musste die Stadt auch ein Lärmgutachten erstellen. Ergebnis: Dort, wo tatsächlich Kleingärten stehen, ist alles in Ordnung. Doch dort, wo Kleingärten stehen könnten, direkt am Schulzentrum, dort würde es nach dem Umbau zu laut. Für Kleingärten gelten nämlich die gleichen Grenzwerte wie für Wohnbebauung.

In der Tat also eine Hürde – wenn, ja wenn, die im Plan vorgesehenen 35 Kleingärten tatsächlich jemals gebaut worden wären. Doch bis heute ist dort ein Feld. Und aus Sicht der Stadt wird sich das auch nicht mehr ändern: „Ein Bedarf für die Umwandlung der Ackerfläche in Dauerkleingärten ist heute nicht mehr erkennbar“, heißt es in einem Papier der Verwaltung. Die Springer Kleingärtner sind aus Sicht der Rathausmitarbeiter heute schwerpunktmäßig an der Osttangente aktiv.

Ein Problem gibt es trotzdem: Solange Bebauungs- und Flächennutzungsplan den Acker als Kleingärten werten, gelten die entsprechenden Grenzwerte. Und der Umbau des Schulzentrums wäre nicht zulässig. Die Politik soll deshalb bis Ende März den Plan ändern; die Fläche am Schulzentrum als Ackerland ausweisen. Und damit die Lärmgrenzen kippen. Die Vorlage geht am 3. März in den Planungsausschuss und am 19. März in den Rat.

Eine andere Idee aus dem Rathaus hat sich damit wohl auch erledigt: Mit Blick auf den Lärmschutz wäre das Gelände als neues Baugebiet kaum geeignet. Bürgermeister Jörg-Roger Hische hatte diesen Vorschlag im Herbst als Alternative zur Deisterkessel-Bebauung unterbreitet. Es gab damals eine Anfrage von einer interessierten Familie. zett



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