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Ausschuss vergibt die Trägerschaft für die Rote Schule an einen neuen Betreiber / Kirche muss weichen

Klax zum Zweiten

Springe. Zuerst verteilte der Ausschussvorsitzende Schoko-Weihnachtsmänner – später gab es dann eine weniger süße Überraschung für einen Großteil der Zuhörer: Der Jugendhilfeausschuss hat gestern Abend mit knapper Mehrheit entschieden, den Betrieb der Kindertagesstätte Rote Schule ab dem Sommer nach mehr als 23 Jahren nicht mehr in die Hände der Kirche zu legen. Stattdessen soll der private Träger Klax zum Zuge kommen.

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VON CHRISTIAN ZETT

Am Ende waren die Fronten im Forum der Heinrich-Göbel-Realschule recht deutlich gezogen: Die sieben Stimmen für Klax kamen von CDU, SPD und Grünen. Für die Kirche stimmten dagegen vier Nicht-Politiker – die Ausschussmitglieder der Jugendhilfeträger – sowie Hendrik Bennecke (Freie Wähler).

100 000 Euro

Unterschied bei Personalkosten

Das Ergebnis bestätigt die Entscheidung des Verwaltungsausschusses, die ein Gericht im September wegen formeller Fehler der Stadt kassiert hatte.

Bevor der Ausschuss gestern abstimmte, konnten sich die drei Kandidaten noch einmal vorstellen. Neben Klax und der Kirche war auch die Arbeiterwohlfahrt erneut angetreten. Hauptsächlich ging es in den Präsentationen um die finanziellen Konzepte der Bewerber. Immerhin hatte die Stadt den Vertrag mit der St.-Petrus-Gemeinde vor einem Jahr vor allem mit Blick auf die hohen Zuschüsse gekündigt.

Gestern wurde dann deutlich: Eine rein finanzielle Entscheidung würde es kaum werden. Schließlich liegen die drei Anbieter insbesondere durch die vom Gericht abgesegnete nachträgliche Korrektur der Kirche dicht beieinander: Während die AWO 124 000 Euro städtische Zuschüsse braucht, kommt Klax auf rund 130 000 Euro. Die Kirche gab zunächst 162 000 Euro, kündigte aber an, die Summe durch die Bildung eines kirchliche Kita-Verbands auf bis zu 135 000 Euro senken zu können.

Besonders deutlich werden die Unterschiede bei den Personalkosten: So rechnet die Kirche bei gleicher Mitarbeiterzahl gut 100 000 Euro mehr im Jahr ein als die Arbeiterwohlfahrt, die die Kita wie Klax über eine gemeinnützige Tochterfirma mit eigenem Haustarif betreiben wollte.

Wie es jetzt weitergeht, ist offen. Im Rathaus hatte man sich im Falle einer erneuten Niederlage der Kirche bereits vor längerer Zeit auf einen weiteren Rechtsstreit eingestellt. Wäre Klax dieses Mal gescheitert, hätte wohl auch von der Seite eine Klage gegen die Stadt gedroht.

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