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Peter Kimmels Favorit Hermann Seebürger scheitert / Verhärtete Fronten bis zum bitteren Ende

Klaus Nagel zum neuen FDP-Chef gewählt

Springe (col). Die zerstrittene FDP sucht den Neuanfang: Bei den jüngsten Vorstandswahlen ist der langjährige Stadtverbandschef Peter Kimmel nicht wieder angetreten und dürfte damit wohl Neu-Ratsherr Harald Klotz an dessen Geburtstag einen Wunsch erfüllt haben. Die Mitgliederversammlung machte Klaus Nagel zum Nachfolger.

Der neue Vorstand: Jörg Mühring (v.l.), Edwin A. Biedermann, Klaus Nagel und Fritz-Otto Poeppel. Foto: col

Bis das Ergebnis feststand – Nagel bekam 28 von 35 Stimmen – wurde in schönster Stadtverbandstradition heftig debattiert. Die Parteimitglieder zeigten nur in einem Punkt Konsens – sich bei nichts einig zu sein. Angestachelt wurde der Zwist noch einmal durch einen offenen Brief Kimmels an die Mitglieder (NDZ berichtete). Darin macht er seine parteiinternen Rivalen für die jüngste Wahlschlappe verantwortlich.

Dann kochte erneut ein Streit hoch, den Kimmel-Gegner Edwin A. Biedermann mit dem Satz „Das Führerprinzip ist seit 1945 in Deutschland abgeschafft“ ausgelöst hatte. Obwohl der Fall bereits vor dem Partei-Schiedsgericht gelandet ist, besteht nach wie vor Uneinigkeit darüber, ob dabei auch der Name „Hitler“ gefallen ist oder nicht. „Wir wissen ja, dass Sie eine selektive Wahrnehmung haben“, schoss Biedermann scharf gegen Kimmel. „Wenn Sie glauben, mit Mehrheiten Unwahrheiten durchzukriegen, dann bitte“, konterte dieser.

Und selbst der Punkt „Entlastung des Vorstands“ wurde zu einem minutenlangen Streit, an dessen Ende es hieß: „Dann lassen wir es eben.“ An dieser Stelle platzte selbst dem sonst stets besonnenen Hermann Seebürger der Kragen: „Das zeigt mal wieder unsere Uneinigkeit. Was dabei herauskommt, haben wir ja bei der Wahl gesehen.“ Und auch Mitglied Thomas John schimpfte in Richtung der Streitparteien: „Ich bin 40 Jahre in der FDP. Ich bin erschüttert und finde es beschämend zu sehen, wie sich die Springer FDP in der Öffentlichkeit zeigt. Das gilt für beide Lager, Sie nehmen sich gar nichts.“

Doch der Appell verhallte scheinbar ungehört. Der nächste Streit entfachte sich bei der Ernennung des Wahlleiters, weil die Mehrheit der Anwesenden nicht einmal mehr diese Aufgabe ihrem Noch-Vorsitzenden überlassen mochte. Schließlich übernahm dies Klotz. Zur Wahl standen Nagel und Seebürger als langjähriger Weggefährte Kimmels. Dieser appellierte ein letztes Mal an die Mitglieder: „Wir brauchen keinen Anfänger sondern einen erfahrenen Politiker.“

Vergeblich – Nagel machte das Rennen. Klotz beantragte die sofortige Räumung des alten Vorstandstisches. Doch Nagel winkte beschwichtigend ab. Zur neuen Führung gehören noch Vize Jörg Mühring, Schatzmeister Edwin Biedermann und Schriftführer Fritz-Otto Poeppel.



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