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Verwaltung schildert in emotionaler Versammlung ihre Argumente für einen Neubau an der Hindenburgallee

Kita-Streit in Eldagsen: Wallstraße bleibt Bürgerwille

Eldagsen. Die Bürgerversammlung zum umstrittenen Kita-Standort in Eldagsen dauerte gut 20 Minuten, da äußerte eine Zuhörerin einen Wunsch: „Ich will hier heute Abend klüger rausgehen, als ich reingekommen bin.“ Das mag ihr später, nach gut zweieinhalb teils sehr emotionalen Stunden gelungen sein – denn die Verwaltung konnte die Argumente pro und contra Wallstraße oder Hindenburgallee umfassend darlegen. Nur: Überzeugt hat sie damit kaum einen der über 50 Anwesenden.

Über 50 Eldagsener treffen sich am Mittwochabend bei einer Bürge
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Sie äußerten nach der Sitzung am Mittwochabend im Ratskeller nach wie vor lautstark den Wunsch, die Einrichtung am aktuellen Standort Wallstraße neu zu bauen. Theoretisch wäre es noch möglich, dass die Politik die Entscheidung in den kommenden Wochen kippt – wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

Zuvor hatte die Verwaltung ihre Argumente dargelegt, wegen derer sie dem Verwaltungsausschuss die Hindenburgallee als Neubau-Standort ans Herz gelegt hatte. Im Mittelpunkt steht dabei die Pädagogik: „Kindergärten entwickeln sich zunehmend zu Bildungseinrichtungen“, erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes. Deshalb sei auch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und der Kita in Eldagsen sinnvoll. Dies wiederum würde durch die unmittelbare Nachbarschaft an der Hindenburgallee erleichtert. Auch die Förderangebote für Kinder mit sprachlichen Defiziten könne man so besser anbieten, argumentierte Wiese-Cordes.

Großen Widerspruch gab es gegen diese Punkte nicht im Publikum. Doch für die Zuhörer wiegt offenbar nach wie vor der Vorteil schwerer, wegen dem sich auch der Eldagsener Ortsrat wiederholt für den Neubau an der Wallstraße ausgesprochen hatte: die Lage mitten im Ortskern. Ortsbürgermeister Ralf Burmeister erneuerte seine Kritik am Verwaltungsausschuss: „Es hat uns extrem verärgert, dass man über einen einstimmigen Ortsratsbeschluss so hinweggeht. Wir sind überzeugt, dass die Wallstraße der Bürgerwille ist.“ Der Erste Stadtrat Hermann Aden räumte ein, dass eine öffentliche Entscheidung zu diesem Thema „allen besser zu Gesicht gestanden“ hätte, als das Votum des Verwaltungsausschusses hinter verschlossenen Türen. Kritik erntete Aden, als er darauf verwies, die damals noch selbstständige Stadt Eldagsen hätte sich ja schließlich auch dazu entschieden, die Kinderbetreuung mit Schule und Sporthalle an den Ortsrand zu legen. „Das war damals eine Realschule vom Landkreis Springe“, tönte es ihm entgegen.

Aden verwies noch einmal auf mögliche Synergieeffekte am Standort Hindenburgallee: So könnte die Kita die Sporthalle als Bewegungsraum nutzen und müsste nicht selbst einen solchen vorhalten. Auch bei der Heizungsanlage könne man unter Umständen einsparen. Diskussionen entzündeten sich ebenfalls an der schwierigen Parksituation in der Hindenburgstraße. Burmeister warnte vor den städtebaulichen Folgen: „Wir schaffen uns im Ortskern eine neue Brache!“

Auch den aktuellen Fahrplan bis zur Fertigstellung der Kita stellte Aden noch einmal vor: Demnach soll die Baugenehmigung bis zum 28. Februar vorliegen, am 1. April sollen die Arbeiten beginnen. Die Fertigstellung der Kita ist für den Februar 2012 geplant.



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