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Kitaplatz-Vergabe in Springe: Ärger um neues Punktesystem

SPRINGE. Gerade erst hat der Rat sie nach langer Debatte beschlossen – da sorgen die neuen Regeln für die Kitaplatz-Vergabe für Ärger: Zahlreiche Eltern beklagen sich über wenig transparente Bewertungen des Arbeitswegs. Die Stadt will die Politik nun zum Nachbessern auffordern – und nicht nur bei diesem Thema.

Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Wir müssen da dringend dran arbeiten“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Das Problem: Laut neuer Satzung – die für die Vergabe der nach wie vor deutlich zu wenigen Kitaplätze erstmals ein Punktesystem vorsieht – bekommen Eltern unter anderem einen Punkt für „nachgewiesene Fahrtzeiten“ zur Arbeit „von regelmäßig mehr als 45 Minuten“. In der Praxis führt das zu Unmut – denn berechnet wird nur die reine Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Wer einen Teil des Weges zu Fuß geht (etwa zum Bahnhof), bekommt diesen Abschnitt nicht angerechnet.

Generell sind so Nutzer umweltfreundlicherer Verkehrsmittel im Nachteil – denn meist dauert die reine Fahrt mit dem Auto länger. Hinzu kommen Probleme mit dem plausiblen Nachweis der tatsächlichen Fahrtzeit, dessen Bewertung nach außen kaum transparent ist. Je nach Tageszeit und Verkehrslage dauern per Routenplaner berechnete Fahrtwege deutlich länger – das gilt insbesondere, wenn man etwa nach Hannover einpendelt. Kompliziert wird es auch bei Außendienstlern: Wer oft zu verschiedenen Zielen unterwegs ist, muss seine durchschnittliche Fahrzeit in der Woche berechnen.

Springfeld betont, die Regeln seien „politisch gewollt“ und brächten naturgemäß viele Debatten über Einzelfälle mit. Er will die Lage nun „neu bewerten, neu sortieren“ – auch bei einer anderen von der Politik nachgeschobenen Regelung: Die besagt, dass sich Eltern auch ganz neu bewerben müssen, wenn ihr Kind innerhalb einer Einrichtung von der Krippe in den Kindergarten wechselt. So sollen die Chancen für alle gleich sein – etwa für die, die neu zugezogen sind oder gar keine Krippe besucht haben. Springfeld sieht das kritisch: „Für die Gefühlslage des Kindes ist es schwierig, wenn es die Einrichtung, die Erzieher, die Kinder kennt und dann quasi rausfliegt.“

Man habe bei der Premiere für die neuen Kriterien „nicht jeden Einzelfall auf dem Schirm gehabt“, räumt auch Fachbereichsleiterin Hanna Kahle ein: „Es ist schwer, Gerechtigkeit für alle zu ermöglichen. Wir sehen da noch Überarbeitungsbedarf.“

Die erste Runde der Platzvergabe ist inzwischen abgeschlossen. Rund 500 Eltern hatten sich laut Kahle für einen Kitaplatz beworben. Und klar ist: Es stehen wieder deutlich zu wenig Plätze zur Verfügung. Wie viele genau fehlen, dazu will sich Kahle derzeit noch nicht äußern. „Der Stand ändert sich täglich.“ Zahlreiche Eltern hätten sich bereits bei der Stadt und den Kitas gemeldet, weil sie keinen Platz bekommen haben. „Sie müssen die zweite Runde abwarten, die im Mai beginnt.“



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