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Kita-Plätze: Die Reform der Reform

SPRINGE. Vor einem Monat hatte die Stadt bereits angekündigt, in Sachen Kitaplatz-Vergabe nachbessern zu wollen. Jetzt gibt es erste konkrete Ideen: In der Diskussion ist unter anderem ein zentrales Verfahren, bestätigt Fachbereichsleiterin Hanna Kahle.

Nach nur einem Jahr soll das neue Punktesystem zur Kitaplatz-Vergabe erheblich überarbeitet werden. FOTO: mischer
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Nicht mehr die Kitas, sondern die Stadt selbst würde dann die Plätze vergeben.

Derzeit kümmern sich die Kita-Leiter um die Angelegenheit, erstellen jeweils ein eigenes Ranking und verwalten die Anmeldelisten – alles also dezentral. Bei einer zentralen Vergabe würden bei der Stadt alle Fäden zusammenlaufen. „Der Vorteil wäre, dass die Kita-Leitungen entlastet würden. Allerdings würde man den Einrichtungen damit ein Stück weit ihre Autonomie nehmen, was wiederum ein Nachteil wäre“, sagt Kahle. Die Kitas hätten dann noch weniger im Blick, welche Kinder bei ihnen angemeldet werden.

Hinzu kommt, dass bei einer zentralen Platzvergabe zusätzliches Personal bei der Verwaltung eingestellt werden müsste. „Mit unseren jetzigen Ressourcen könnten wir das nicht stemmen.“ Und spätestens da kommt die Politik ins Spiel, wenn es darum geht, Geld für zusätzliche Mitarbeiter bereitzustellen. „Wir prüfen derzeit, ob eine zentrale Vergabe Sinn macht, wir sind dem Gedanken jedenfalls nicht unaufgeschlossen“, so Kahle. In jedem Fall will die Stadt mit den Trägern und der Politik Gespräche führen.

Für Diskussion sorgte auch immer wieder die Fahrtweg-Regelung, nach der Eltern für 45 Minuten Fahrtzeit zur Arbeit einen Punkt bekommen. Einige Eltern seien bei diesem Kriterium „sehr kreativ“ geworden, so Kahle. Abhilfe könne schaffen, statt der Fahrzeit die tatsächliche Entfernung zum Arbeitsort zu berechnen.

„Wir werden verschiedene Punkte prüfen“, kündigt Kahle an – betont aber auch: Die Kriterien werden nicht noch zur zweiten Vergaberunde im Mai überarbeitet. Das könne zu Ungerechtigkeiten führen. Die Überarbeitung solle in enger Abstimmung mit der Politik erfolgen. Am Ende entscheidet aber nicht der öffentliche Rat, sondern der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss – so wie es auch bei der Einführung des Punktesystems der Fall war. Ziel sei, dass im Januar 2020 die überarbeiteten Kriterien stehen sollen. Demnach soll der Sozialausschuss des Rats in der zweiten Jahreshälfte über das Thema beraten. Bereits nach der zweiten Vergaberunde – und damit vor einer Überarbeitung der Kriterien – soll es mit den Kita-Leitern ein Feedback-Gespräch geben, kündigt Kahle an. Sie hofft, irgendwann ganz auf die Vergabe verzichten zu können – sobald es genug Kita-Plätze gibt.

Bis dahin soll das im Januar eingeführte System nicht nur überarbeitet, sondern auch transparenter werden: Eltern sollen, so hofft Kahle, künftig nach der Anmeldung detailliertere Bestätigungsmails bekommen, in der ausführlich steht, was die Eltern eingegeben haben. Diese Info lag bisher nur der Stadt selbst vor. Und: Nach der zweiten Vergaberunde im Mai soll es in jedem Fall eine Info für die Eltern geben, die keinen Kitaplatz bekommen haben.



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