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Kirchenvorstände: Schwierige Kandidatensuche

SPRINGE. 73 Protestanten aus der „Region Springe“ kandidieren für die Kirchenvorstandswahlen am 11. März. Das sind weniger als erhofft, aber: Die Mindestzahl an Bewerbern wird in den meisten Gemeinden gerade so erreicht. Am schwierigsten ist die Suche in Völksen verlaufen.

„Kirche mit mir“: Die Benachrichtigungskarten für die Kirchenvorstandswahl werden seit vergangener Woche an alle evangelisch-lutherischen Gemeindemitglieder im Stadtgebiet verteilt. Abgestimmt wird am 11. März. FOTO: SCHEFFLER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Seinen Segen gab der Verwaltungsausschuss des Kirchenkreises Völksen erst, nachdem er einen rechtlichen Kniff angewendet hatte.

„Es sieht nicht so schlecht aus, wie viele befürchtet hatten“, sagt Kirchenkreis-Sprecher Stephan Schwier, und in seiner Stimme klingt ein Stoßseufzer mit. Es gibt zahlreiche Faktoren, weswegen das Werben um die ehrenamtlichen Kandidaten einem monatelangen Kraftakt geglichen hat. „Vorruheständler stehen oft nicht - mehr - zur Verfügung, da sie nach wie vor im Beruf sind. Oder sich sogar über das Renteneintrittsalter im Job engagieren“, weiß Schwier. „Und jüngere Menschen sind beruflich oft sehr eingespannt.“ Außerdem gebe es da noch das generelle Problem: „ Wie bei vielen Vereinen und Organisationen übernehmen immer weniger Menschen für längere Zeit Positionen in der Leitung. Sie engagieren sich lieber mit zeitlichem Überblick und für Projekte.“ Diese Erfahrung hätten jetzt auch die Kirchengemeinden gemacht: „Sie haben oft gehört: ,Ihr könnt mich gern für Projekte ansprechen‘“, erzählt Schwier. Aber für einen sechsjährigen Zeitraum – die Amtszeit der Kirchenvertreter - möchten sich nur wenige festlegen.

Trotz allem: In der „Region Springe“ (die etwas größer als das Stadtgebiet ist) läuft es. Von der Kapellengemeinde Hemmingen-Devese, die ebenfalls im Kirchenkreis Laatzen-Springe liegt, kann man das nicht behaupten: Fünf Kandidaten hätte es dort laut Statuten geben müssen, „aber es konnte kein einziger gefunden werden“, berichtet Schwier. Die Folge: „Es wird keine Wahl geben.“ Der Kirchenkreis-Vorstand muss als nächsten Schritt einen Bevollmächtigten einsetzen, später droht die Auflösung der Kapellengemeinde. Devese würden dann Hemmingen zugeschlagen.

Laut Vorgabe muss es in den Gemeinden der evangelisch-lutherischen Landeskirche 1,5-mal so viele Kandidaten wie Wahlämter geben. Das heißt: Für vier Wahl-Plätze sind sechs Bewerber erforderlich. Weil schon vorab abzusehen war, dass das schwierig wird, werden bei dieser Wahl erstmals Ausnahmen zugelassen.

In jedem Kirchenvorstand sitzen außer den gewählten Vertretern auch „berufene“ Mitglieder, die dem Gremium mit ihrem Sachverstand helfen sollen. Als „geborenes“ Mitglied ist außerdem der Pastor dabei.

So sieht es in den einzelnen Springer Gemeinden aus:

In Alferde gibt es fünf Kandidaten für die drei Wahl-Plätze im Kirchenvorstand.

In Altenhagen I bewerben sich sieben Protestanten um einen der fünf Wahl-Plätze.

In Bennigen-Lüdersen stehen neun Kandidaten für die sechs Wahl-Plätze zur Verfügung.

In Eldagsen wollen sich ebenfalls neun Personen engagieren, sechs Wahl-Plätze gibt es.

In Gestorf haben sich acht Dorfbewohner gefunden, die einen der fünf Wahl-Plätze übernehmen würden.

In St. Andreas (Kernstadt) gibt es neun Bewerber für die sechs Wahl-Plätze.

In St. Petrus (Kernstadt) wollen sich sechs Freiwillige engagieren, es gibt vier Wahl-Plätze.

In Wittenburg und in Wülfinghausen stehen jeweils vier Kandidaten für die drei Wahl-Plätze zur Verfügung. Das ist jeweils eine Person weniger, als erforderlich wäre. Hier greift aber die neue Ausnahme-Regel.

Sowohl in Boitzum als auch in Sorsum gibt je drei Personen für die vorhandenen zwei Wahl-Plätze.

In Alvesrode haben sich drei Interessenten für die zwei Wahl-Plätze gefunden.

Für Völksen waren sieben Wahl-Plätze vorgesehen. Allerdings gibt es nur drei Kandidaten – und mehr tauchen auch nicht auf. Mit einem Trick soll die Neubesetzung trotzdem gelingen: Jeder der drei Bewerber wird ins Gremium einziehen, dazu kommen zwei Vertreter  der Kapellengemeinde Alvesrode. Macht fünf. Zusammen mit zwei „Berufenen“, die nach der Wahl bestimmt werden, und Pastor Reinhard Surendorff umfasst der Vorstand schlussendlich acht Personen. Das ist kleiner als gewünscht, aber die Handlungsfähigkeit wäre hergestellt. mari

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