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Kindesmisshandlungen: Zahl der Meldungen in Springe steigt

SPRINGE. Mindestens einmal am Tag wird der Jugendhilfestation in Springe eine Kindeswohlgefährdung gemeldet. Nicht nur bundesweit, auch in Springe nehmen die Zahlen zu, sagt der Leiter der Jugendhilfestation, Manfred Massalski. „Es gibt jeden Tag mehr Anrufe, die Meldungen sind deutlich angestiegen.“

Britta Lehnhardt, Koordinatorin des Netzwerks, lädt für den 5. Februar ins OHG ein. Manfred Massalski wird auch da sein. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Nun nimmt sich das Netzwerk „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ des Themas an.

„Kinderschutz ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die nicht auf einzelne Behörden reduziert ist“, sagt Massalski. Gleichzeitig stehen die Fachkräfte in ihrem Alltag immer wieder vor der Frage, was Kindeswohlgefährdung eigentlich ist, welche Formen es gibt und wie die Rechtsgrundlage aussieht. Genau das soll beim dritten Netzwerktreffen am 5. Februar in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums geklärt werden. Bewusst sei jeder angesprochen, der im Alltag mit Kindern zu tun hat, auch, wer etwa im Sportverein hilft oder als Arzthelferin tätig ist.

Gleichzeitig will Massalski die Gelegenheit auch nutzen, die Arbeit der Jugendhilfestation vorzustellen. „Viele Eltern haben Angst, dass wir ihnen das Kind sofort wegnehmen“, weiß Massalski. Das Gegenteil sei aber der Fall. „Ich arbeite mit den Eltern, natürlich lieben sie ihre Kinder und werden von ihnen geliebt, aber es gibt Grenzen.“ Einige Melder würden oftmals einen Tag später erneut anrufen und nachfragen, was die Jugendhilfestation getan habe. „Das darf ich aus Datenschutzgründen gar nicht mitteilen.“ So entstehe bei einigen der Eindruck, die Einrichtung habe zwar Infos, dass eine mögliche Kindeswohlgefährdung vorliege, unternehme aber nichts . „Uns ist es wichtig, klarzustellen, dass wir es würdigen, Informationen zu bekommen und können allen zusichern: Hier wird sich gekümmert.“

Jeder Melder werde ernstgenommen und jedem Hinweis nachgegangen. Das fange schon im Kleinen an, wenn etwa einem Nachbarn auffällt, dass er ein Kind lange nicht mehr gesehen hat. Oder wenn ein Lehrer feststellt, dass das Kind immer wieder kein Brot für die Pause mitbringt oder für das Wetter stets unpassend gekleidet ist.

Das Netzwerktreffen von „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ am Dienstag, 5. Februar, beginnt um 17 Uhr in der Aula des OHG. Nach einem Vortrag von Friedhelm Güthoff, langjähriger Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, kann mit Silvia Bonk und Kristina Hasselbach von der Region, Thorsten Feddeler aus Hildesheim und Massalski über das Thema diskutiert werden. Moderiert wird der Abend von Corinna Dröge. Eine Anmeldung ist bis zum 30. Januar unter info@kinderschutzbund-springe.de möglich. Fragen beantwortet Britta Lehnhardt unter 05041/
3389.



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