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Mit 18 zu 12 Stimmen kippt der Rat die geplante Schließung der Kita Holtensen

Kinderproteste zeigen Wirkung

Eldagsen/Holtensen (zett). Die Überraschung ist perfekt: Mit den Stimmen von SPD und CDU hat der Rat gestern Abend die Schließung der Kita Holtensen gestoppt. Stattdessen soll ab Sommer zunächst für ein Jahr eine Gruppe für Zwei- bis Sechsjährige entstehen. Mehrkosten: 63 000 Euro.

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Damit kippten die Politiker auch den Beschluss des Jugendhilfe- und des Verwaltungsausschusses. Beide Gremien hatten sich für die Schließung der Tagesstätte zum 1. August ausgesprochen. Vorangegangen war der Entscheidung gestern Abend eine heiße Debatte, während der die Kita-Kinder mit Protest-Shirts und einem Plakat vor den Tischen von Verwaltung und Politik herumwuselten.

Aber der Reihe nach: Zunächst zog SPD-Ratsherr Bastian Reinhardt den Zorn von Bürgermeister Jörg-Roger Hische auf sich. Reinhardt hatte in seinem Appell für die Rettung der Kita auch das Thema Inklusion in Spiel gebracht. Doch die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen wollte Hische nicht mit der Kita-Debatte vermengt wissen: „Das ist ein Schuss ins Blaue.“ Die Inklusion betreffe aus Stadtsicht in erster Linie die Schulen.

Reinhardts SPD-Kollege Benjamin Moß, selbst Holtenser, warnte vor einer vorschnellen Entscheidung: „Wenn wir die Kita einmal zumachen, dann bekommen wir sie nicht mehr auf.“ Auch CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay schlug sich auf die Seite der Kita-Befürworter: Zum einen habe die Schließung finanziell wohl kaum einen Effekt auf die Sanierung des Haushalts. Außerdem sei man in Springe dabei, „die kleinen Ortsteile scheibchenweise abzuklemmen“. Stattdessen wünsche er sich ein Konzept, wie es gerade dort weitergehen soll, so Nikolay.

Für die Grünen untermauerte Katharina Jahn-von Rantzau den Schließungswunsch ihrer Fraktion. Das pädagogische Argument, die Kinder aus Holtensen lieber direkt zum Start in die neue Kita Eldagsen umzusiedeln, wiege schwer: „Dieser Zeitpunkt ist sehr harmonisch. Holtensens Bürgermeister Heinrich Freimann warnte aus Image-Gründen vor dem Kita-Aus: „Was ist das für eine Außenwirkung für Springe?“ Zwölf Ratsmitglieder stimmten für die Schließung, 18 dagegen, drei enthielten sich.



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