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Anja Wortmann aus Bennigsen sucht einen Job – und lässt sich zur Busfahrerin umschulen

Kevins richtig coole Mutter und ihr Wechselgeld

Bennigsen (zett). Wenn der fünfjährige Kevin seine Mutter Anja Wortmann auf dem Fahrersitz eines großen Linienbusses sitzen sieht, dann findet er das „richtig cool“. Die 41-jährige Bennigserin erfüllte sich aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Kindheitstraum – und ließ sich im Förderprojekt „Vorfahrt“ zur Busfahrerin ausbilden.


Ihren alten Job als Reinigungskraft gab Wortmann auf, weil sie keine Tagesmutter für Kevin fand. Nach Monaten des Wartens und Suchens hatte sie schließlich eine neue Betreuerin für ihren Sohn – und den Tipp vom Job-Center Springe für die Fahrerausbildung. Wortmann war begeistert: „Als Mädchen bin ich immer mit dem Bus gefahren und fand das klasse!“

„Mehr in mir gesteckt, als ich dachte“

Als es schließlich losging mit „Vorfahrt“, war sie erst mal skeptisch: „Ich habe mir das gar nicht zugetraut. Aber dann habe ich’s einfach probiert.“ Und siehe da – es klappte. Inzwischen ist die Bennigserin in der Praktikumsphase und fährt in Hameln Linienbusse: „Da hat wohl doch mehr in mir gesteckt, als ich gedacht habe“, sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht.

Vorher musste Wortmann noch ein intensives Training durchlaufen; angefangen von Konfliktlösungen und Kundenmanagement in Hannover über Praxis- und Theoriestunden in Hildesheim bis hin zu mehreren Prüfungen. An die ersten Versuche hinter dem Bussteuer erinnert sich Wortmann noch genau: Nach ein paar Runden auf dem Hof ging es raus auf die Straße – „ich war total aufgeregt“.

Doch schnell schlug die Nervosität in Begeisterung um: „Es war toll!“ Auch enge Kurven und schmale Straßen waren für Wortmann kaum ein Problem: „Man entwickelt schnell ein Gefühl dafür. Und wenn mir einer entgegenkommt und ich denke, es wird zu eng, bleibe ich lieber erst mal stehen“ – auch eine defensive Fahrweise gehört zum Job. Den übt sie im Praktikum seit Ende März für zunächst sechs Monate aus. „Ich weiß noch nicht, ob ich hinterher übernommen werde.“ Darauf hoffen neben Wortmann aus Springe und den Ortsteilen auch die Teilnehmerinnen Anja Nitz, Stefanie-Manuela Palm und Bianca Pöckelmann. Mit ihnen tauscht sich Wortmann oft über ihre Erfahrungen aus: „Toll finde ich, dass mich bei der Arbeit viele Leute ansprechen und sagen: ‚Super, dass wir eine Frau als Busfahrerin haben.“ Kevin würde sogar sagen: „Cool!“



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