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Verwaltung fehlen nach vorläufigem Rückzug vom Deisterkessel die Alternativen

„Keine geeigneten Flächen mehr“: Kernstadt gehen die Baugebiete aus

Springe (zett). Dass auch die Kernstadt die Möglichkeit braucht, weitere Neubaugebiete auszuweisen, darüber war man sich in der Ortspolitik immer weitgehend einig. Doch jetzt könnte es ein Problem geben: Denn nachdem die Stadt sich zunächst vom umstrittenen Deisterkessel verabschiedet hat, gebe es keine weiteren geeigneten Flächen, sagt Fachbereichsleiter Hermann Aden.

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Der Deisterkessel sei „der einzige Bereich, der momentan in Frage kommt“, so der Erste Stadtrat. Ansonsten sei entweder das Gelände ungeeignet – also zu steil, zu hügelig, schlechter Untergrund. Oder es handele sich um ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet. „Manche Flächen liegen auch einfach zu weit weg vom Zentrum und sind deshalb unattraktiv“, erklärt Aden.

Dass man sich in Sachen Deisterkessel erst einmal zurückhalte, erklärt Aden mit der ablehnenden Haltung in der Bevölkerung und in den Parteien: „Die Ortspolitik sieht auch eine kleinere Lösung kritisch.“ Bürgermeister Jörg-Roger Hische hatte zuletzt im Wahlkampf von etwa 15 Grundstücken gesprochen, mit denen vor allem gut situierte Bauherren nach Springe gelockt werden sollen.

Endgültig will Aden den Deisterkessel aber noch nicht zu den Akten legen: „Vielleicht überlegen sich das die Kritiker irgendwann noch mal anders.“ Von der Qualität des Gebiets ist er überzeugt: „Wir haben hier eine hervorragende Lage, die sich für ein einkommensstarkes Klientel eignet“, sagt der Fachbereichsleiter. Aus seiner Sicht könnte so ein Baugebiet vor allem diejenigen in Springe halten, die eben nicht auf den viel beschworenen Lückenschluss im Ortskern bauen wollen – oder darauf, vorhandene Häuser zu sanieren und umzugestalten. „Viele wollen einfach die Freiheit haben, ihre individuellen Bauwünsche zu erfüllen.

Wenn man dem als Stadt nicht nachgehe, verliere man diese Leute an Kommunen in der Umgebung, warnt Aden. Dass ihm der zunehmende Leerstand in der Kernstadt trotzdem ein Dorn im Auge ist, daraus macht er keinen Hehl: „Das ist zum Beispiel der Fall im Bereich rund um die Dopmeyerstraße am Kurzen Ging – da stehen teilweise halbe Straßenzüge leer“, sat er.

Doch diese Entwicklung will Aden auch richtig eingeordnet wissen: Man sei noch nicht so weit, dass man – wie etwa in Ostdeutschland – über kontrollierte Abrisse ganzer Wohngegenden nachdenken müsse: „Wenn die Immobilien günstig genug sind, dann finden sich auch Käufer.“

Doch leider gingen viele Eigentümer noch davon aus, dass ihre Häuser wie vor Jahrzehnten noch weiter im Wert steigen: „Doch das ist leider nicht mehr so“, sagt Aden. Er erwartet in den kommenden Jahren gezwungenermaßen „eine deutliche Anpassung“ im Preis solcher Häuser und Grundstücke: „Und dann füllt sich das auch wieder mit Leben.“ Bis dahin gelte es aber, bauwillige Bürger mit anderen Angeboten zu halten – etwa mit Neubaugebieten.

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