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SPD-Bürgermeisterkandidatur: Heinz Bähre und Detlef Meine müssen sich Silvia Jünke geschlagen geben

Keine Chance für mutige Männer

Springe (mf). Dass sie den Saal als frisch gekürte Bürgermeisterkandidatin verlässt, daran hatte wohl niemand in der SPD ernsthaft Zweifel. So ging es im Grunde nur noch um die Frage, wie groß der Vertrauensvorschuss ausfallen würde, den die Genossen Silvia Jünke mit auf den Weg geben. Es wurden 88,37 Prozent – viel deutlicher hätte das Ergebnis kaum sein können.

Blumen für die Kandidatin: Parteichef Eberhard Brezski gratuliert um kurz nach 21 Uhr der freudestrahlenden Silvia Jünke zur Wah

Viel deutlicher hätte umgekehrt aber auch die Niederlage ihrer Kontrahenten kaum ausfallen können. Während Detlef Meine mit acht von 86 Stimmen immerhin einen Achtungserfolg verbuchen konnte, fand sich der Name von Heinz Bähre nur auf einem einzigen Stimmzettel.

Dabei hatte der Bennigser in der Vorstellungsrunde durchaus geschickt noch einmal die Werbetrommel für sich gerührt. Als einziger der drei Kandidaten lebe er in Springe, kenne die Verhältnisse aus langer Partei- und Ratsarbeit. Bähre empfahl sich als knallharter Sanierer, der angesichts der Schulden bereit sei, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. „Für eine schlechte Nachricht braucht es immer einen Mutigen, der bereit ist, sie zu erzählen.“

Ähnlich der gebürtige Eldagser Meine, der nach der Wende 20 Jahre Verwaltungschef einer kleinen Gemeinde in Brandenburg war. Im Rathaus gebe es noch viel Sparpotenzial. „20 Stellen könnten dort in den nächsten acht Jahre gestrichen werden“, ist er überzeugt. Allein das könne das Stadtsäckel um eine Million Euro entlasten.

Ganz anders positionierte sich Jünke. Sparen sei im moderaten Umfang zwar durchaus richtig, ließ sie die Genossen wissen, jedoch nicht auf Kosten der Lebensqualität. „Wir können uns weder Schulen leisten, in denen es durchregnet noch marode Straßen.“ Ansonsten warb die 48-Jährige für die IGS-Idee („Woanders laufen Eltern diesen Schulen die Türen ein“), den Erhalt der Ortsräte und für eine aktive Wirtschaftsförderung („Es reicht nicht aus, im Rathaus auf Firmen zu warten“). Ein wenig ins Schleudern drohte Jünke nur einmal zu geraten, als Gegner der Deisterkessel-Bebauung ihr ein Bekenntnis gegen die Pläne abringen wollten.

„Ein bisschen unruhig geschlafen habe sie in der letzten Nacht schon“, gestand Jünke sichtlich erleichtert, nachdem das Wahlergebnis verkündet worden war. „Jetzt ist mir richtig nach Feiern zumute.“ Die großen Herausforderungen stünden aber erst noch bevor, war sie sich mit Parteichef Eberhard Brezski einig. Der schwor seine Genossen deshalb zum Schluss kämpferisch auf den bevorstehenden Wahlkampf ein: „Wir wollen wieder stärkste Fraktion werden und den nächsten Bürgermeister stellen.“



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