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Bürgermeister will offenbar Fraktions-Rüge für Nikolay / Henkels äußert Unverständnis für Zögern

Kandidatur? Austritt? Hische lässt CDU zappeln

Springe (zett). Nach Ostern wolle er aus der CDU austreten – das hatte Bürgermeister Jörg-Roger Hische noch vor wenigen Wochen gegenüber Dritten geäußert. Passiert ist bisher aber nichts, denn offenbar wartet der Verwaltungschef auf eine eindeutige Rüge aus Partei und Fraktion für seinen Widersacher, Ratsherrn Wilfred Nikolay.

W. Nikolay

Dieser hatte den Bürgermeister Ende Februar, direkt nach dessen Absage an die CDU, scharf angegriffen, ihm unter anderem eine „mimosenhafte Art“ vorgeworfen. Auf Nikolay war offenbar auch ein Vorstoß der Fraktion zurückgegangen. Diese hatte die Verwaltung um Hische verdächtigt, eine Schimmelbildung in der Kita in Eldagsen verheimlicht zu haben.

Die CDU-Fraktion sprach bei ihrer Sitzung am Montagabend laut Fraktionschef Jürgen Kohlenberg noch einmal über den Konflikt – man wolle sich aber nicht von Nikolays Handeln distanzieren, sagte er der NDZ.

Anette Henkels, Stadtverbandsvorsitzende der Union, bekräftige dagegen ihre Rüge für den Ratskollegen. Die Debatte habe damals nicht in die Öffentlichkeit gehört. In einer nichtöffentlichen Mitgliederversammlung Anfang März hatten sich Henkels und Kohlenberg intern von Nikolays Alleingang distanziert – diese Position habe sie in der vergangenen Woche noch einmal im Parteivorstand vertreten, sagte Henkels. Sie habe dort „ein deutliches Wort“ gesprochen: „Es geht nicht, dass so etwas am Vorstand vorbei gemacht wird. Das wirkt wie die Meinung der ganzen CDU.“

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J.-R. Hische

Bei ihr löst aber auch Hisches Zögern in Sachen Einzelkandidatur Unverständnis aus. Diese Option hatte sich der Bürgermeister ebenfalls offen gelassen. Mit seiner abwartenden Haltung verprelle er auch diejenigen Politiker, die ihm parteiübergreifend nach seiner Entscheidung Unterstützung zugesagt hatten, glaubt Henkels.

Hische weist das zurück: „Der einzige, der unter dieser Sache zu leiden hat, bin ich.“ Die Zeit nach seinem Rückzug von der CDU und Nikolays Äußerungen seien für ihn „ein Spießrutenlauf“ gewesen.

Dass sich die Unionsfraktion jetzt nicht öffentlich von den Vorwürfen distanzieren wolle, „das gibt mir zu denken“, so Hische. Eine endgültige Entscheidung über seine Einzelkandidatur wolle er aber erst in einigen Wochen fällen – es gebe aber „einen starken Trend“ dahin.

Nikolay erklärte gestern, über den Zeitpunkt seiner Äußerungen könne man diskutieren – in der Sache stehe er jedoch dazu. Den Auslöser für den Konflikt habe allerdings Hische gegeben: „Er ist mit seiner Entscheidung an die Öffentlichkeit gegangen.“ Seine eigene Position in Partei und Fraktion sieht Nikolay indes nicht beschädigt: „Ich bin immer jemand gewesen, der den Finger in die Wunde gelegt hat. Und dafür schätzen mich auch einige.“



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