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Amtsgericht: 23-Jähriger verursacht 500 Euro Schaden

Junger Vater verurteilt: Ware bestellt – nicht gezahlt

Bennigsen (jemi). „Das hat mir jetzt echt die Sprache verschlagen“, sagte gestern der sichtlich geschockte Angeklagte am Amtsgericht Springe. Das Gericht verurteilte ihn zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung, außerdem muss er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit absolvieren. Angeklagt war er wegen vierfachen Betrugs. Der 23-Jährige hatte Waren im Wert von rund 500 Euro im Internet bestellt – aber nicht bezahlt.


Im Jahr 2009 hatte der danmals in Bennigsen wohnhafte Mann eine Briefmarkensammlung, Golf-Bekleidung, Blumen und Kampfsportartikel online gekauft. Wegen finanzieller Schwierigkeiten habe er die Ware nicht bezahlen können, gab er gestern an. Zum Teil hatte er die Dinge bestellt, um sie zu besseren Konditionen weiterzuverkaufen. Damit handelte es sich bei dem Vergehen um gewerblichen Betrug, der härter bestraft wird als einfacher Betrug, erklärte Richterin Pamela Ziehn.

Der 23-Jährige räumte ein, sich falsch verhalten zu haben und von nun an die „Füße still zu halten“. Er sei seit zwei Monaten Vater und müsse nun in einigen Bereichen in seinem Leben umdenken: „Ich möchte schließlich meinen Sohn aufwachsen sehen“, sagte er. Auch Richterin Ziehn appellierte an den jungen Mann, endlich Verantwortung zu übernehmen. Schon im Jahr 2008 war er wegen Betruges in 16 Fällen verurteilt worden – und ist damit einschlägig vorbestraft. Nachteilig wirkte sich für den Angeklagten in diesem Zusammenhang ebenfalls aus, dass er die fälligen Sozialstunden erst zwei Jahre nach dem Urteil geleistet hatte. Da er mit 23 Jahren nun vor dem Gesetz als Erwachsener gilt, müsse er mit einer deutlich schärferen Bestrafung rechnen, warnte ihn die Richterin während der Verhandlung.

Bei der Urteilsverkündung machte Ziehn dann deutlich, dass der 23-Jährige unbedingt weitere derartige Bestellungen im Internet unterlassen müsse – sonst ende er „früher oder später im Gefängnis“. Es sei wichtig, dass er schnellstmöglich einen Beruf erlerne, um „nicht auf dumme Gedanken zu kommen“. Die drei Jahre dauernde Bewährung müsse er nun nutzen, um zu zeigen, dass er gewillt sei, Verantwortung zu übernehmen. „Das Urteil ist noch ein Warnschuss. Sie stehen unter Beobachtung“, so Ziehn.



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