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Zahl sinkt wieder unter 200er-Marke / Doch der Anteil der schweren Taten steigt an

Junge Springer werden seltener straffällig

Springe (zett). Die berüchtigte „Jugend von heute“ ist wieder ein bisschen braver geworden – zumindest in Springe belegen das die Zahlen. Wurden im Jahr 2008 noch 203 der 14- bis 21-Jährigen Deisterstädter straffällig, sank diese Zahl im vergangenen Jahr auf 180. Im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen in der Region ist dieser Wert immer noch recht hoch.


Unterstützt werden die Jugendlichen und Heranwachsenden, die eine Straftat begangen haben, von der Jugendgerichtshilfe der Stadt Springe. Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend betreuen die Täter, sprechen mit ihnen, suchen nach Möglichkeiten, deren Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Und: Sie sagen im Prozess vor Gericht aus – und haben so oft einen Einfluss auf die Bestrafung.

Doch nicht immer kommt es so weit, dass überhaupt Anklage erhoben wird. In vielen Fällen stimmen sich Staatsanwalt und Gerichtshilfe untereinander über die Bestrafung ab – die sogenannte Diversion soll die Gerichte bei kleineren Delikten entlasten. Doch während Springer Jugendliche im Vorjahr zwar weniger oft straffällig wurden, kamen ihre Fälle häufiger vor Gericht: Die Zahl der Verhandlungen stieg von 82 auf 103. Und: Während 2008 noch 96 Taten in der Diversion geklärt werden konnten, waren es ein Jahr später nur noch 54.

Trotzdem ist die Gefängnisstrafe nicht vorderstes Ziel des Jugendstrafrechts: Meist soll mit erzieherischen Maßnahmen auf die jungen Täter eingewirkt werden – etwa durch Sozialstunden, geringe Geldbußen oder Treffen mit den Opfern.

Ein Blick auf die Straftaten-Statistik der jungen Springer zeigt: Nach wie vor sind Diebstahl und Unterschlagung die häufigsten Delikte, sie machen knapp ein Viertel der Taten aus. Doch die Körperverletzung hat zuletzt nahezu gleichgezogen – das ist wohl auch ein Grund für die häufigeren Gerichtsverhandlungen. Zugenommen haben auch Sachbeschädigungen (8,4 Prozent aller Taten), sowie Raub und Erpressung (3,4 Prozent). Stark eingebrochen ist hingegen der Anteil an Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz – sprich: Drogendelikte. Fiel 2008 noch knapp jede zehnte Straftat in diesen Bereich, waren es zuletzt nur noch knapp vier Prozent. Insgesamt sind unverändert knapp zwei Drittel der jugendlichen Täter aus Springe männlich – bei den über 18-Jährigen wird sogar nur jede fünfte Straftat von einer Frau begangen.



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