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Sohn will Taschengeld aufbessern / Strafe: 20 Stunden gemeinnützige Arbeit

Jugendlicher klaut Schmuck der Eltern

Springe. Es war weit mehr als ein Dummer-Jungen-Streich: Ein 17-jähriger Springer hat im Frühjahr den Goldschmuck aus dem Safe seiner Eltern genommen und einen 19-jährigen Kumpel angerufen, mit dem er die Ware in einem Geschäft in der Springer Innenstadt versilberte. Viel Geld sprang bei dem Handel zwar nicht heraus, der Stress mit den Eltern, die Anzeige und schließlich der Termin vor dem Springer Amtsgericht waren jedoch vorprogrammiert.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Er habe Mist gebaut, räumt der Jugendliche auf der Anklagebank ein. Die Familie lebt laut Jugendgerichtshilfe seit sieben Jahren in Springe, sie habe anfangs Integrationsprobleme gehabt. Seit drei Jahren würden Eltern und Kinder von einem Familienhelfer betreut. Diese Begleitung scheine bei dem 17-Jährigen so langsam zu fruchten: Seinen Schulabschluss habe er zwar nur mühsam geschafft – er muss noch mindestens 150 Stunden Hilfsdienste ableisten, weil er so oft geschwänzt hat – „momentan verändert er sich aber gerade sehr positiv“, sagte die Mitarbeiterin des Jugendamtes. Der Jugendliche trete in letzter Zeit „verbindlich und freundlich“ auf.

Vielleicht habe ausgerechnet der Diebstahl geholfen, ihn auf die rechte Spur zu bringen: Das Thema sei zuhause besprochen und gerügt worden. Laut einer innerfamiliären Absprache will der Sohn den Schaden zurückzahlen, sobald er seine Ausbildung begonnen habe und eigenes Geld verdiene.

Der Jugendliche musste sich vor Gericht außer für den Schmuck-Diebstahl auch für eine Rollerfahrt ohne Führerschein verantworten. Er habe das Fahrzeug nur repariert und anschließend eine Testrunde drehen wollen, erzählte er.

Neben ihm auf der Anklagebank saß sein 19-jähriger Kumpel, der ihn zum Gold-An- und Verkaufsladen fuhr und als Volljähriger das Geschäft tätigte. Der Freund habe nicht einmal ahnen können, dass die Ketten und Ringe gestohlen worden waren, betonte der Jüngere. Der vorbestrafte 19-Jährige räumt aber vor Gericht ein, ein paar Monate zuvor in einem Kaufhaus in Hannover zwei 3-D-Brillen geklaut zu haben. Eine blöde Wette, wie er erklärte.

Was beide Jungs verbindet: Sie müssen jetzt gemeinnützige Arbeit verrichten. Der 17-Jährige soll bei 20 Stunden Hilfsdiensten ins Grübeln kommen, der 19-Jährige bei 30 Stunden.



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