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Jedes vierte Kind in Springe gilt als arm, sagt der Kinderschutzbund

Jedes vierte Kind in Springe erhält „Transferleistungen“, also Hartz IV oder den Kinderzuschlag, sagt Britta Lehnhardt vom Kinderschutzbund. Damit gilt es als arm. Wie kann man den Familien helfen?

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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„Man geht davon aus, dass es durch die steigenden Kosten momentan noch mehr Familien werden, die betroffen sind“, sagt Lehnhardt.

Wie können Erwachsene, die außerhalb der Familie viel mit diesen Kindern zu tun haben, die Armut erkennen? Und wie gehen sie sensibel damit um? Darum geht es beim nächsten Treffen des „Netzwerks Frühe Hilfen“ in Springe. Die Koordinatorinnen haben dafür eine hochkarätige Referentin gewonnen.

Wichtiger Kontakt zu Vereinen und Schulen

Eingeladen zu dem Treffen am Mittwoch, 22. Juni, in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums sind alle Fachkräfte, die mit Kindern zu tun haben. Angesprochen seien aber nicht nur Lehrerinnen und Erzieherinnen, sondern – „für uns ganz wichtig“ – auch Trainerinnen, Trainer, Betreuerinnen und Betreuer aus den Springer Vereinen.

Denn wenn ein Junge etwa immer wieder ohne Fußballschuhe zum Training kommt, könne das Vergesslichkeit sein – oder aber die Schuhe sind zu klein geworden und die Familie kann sich neue nicht leisten. Dafür sollen die Trainer sensibilisiert werden: Dass sie Anzeichen von Armut erkennen und lernen, wie sie möglichst unaufgeregt damit umgehen können: „Die Kinder sollen nicht noch zusätzlich ausgegrenzt werden“, sagt Lehnhardt.

Diskussion mit der Lokalpolitik

Zudem sei „das Wissen um Unterstützungsmöglichkeiten wichtig“, sagt Ingrid Röttger vom Diakonieverband Hannover-Land, die gemeinsam mit Lehnhardt, Nora Szeplabi (Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland) und Katharina Kohlmeyer (Stadt Springe) das Netzwerktreffen organisiert.

Das „Armutserbe“, das Eltern an ihre Kinder weitergeben, zu durchbrechen, sei die große Herausforderung, so Röttger. Eine der führenden Expertinnen in Deutschland in dem Bereich ist die Sozialarbeiterin und Politikwissenschaftlerin Gerda Holz, die beim Netzwerktreffen einen einleitenden Vortrag zum Thema „Armutsprävention ohne Armutssensibilität gelingt nicht!“ hält.

Im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion geplant, an der aus der Lokal-Politik Bastian Reinhardt (SPD), Elke Riegelmann (CDU) und Thomas Hüper-Maus (Grüne), Schulleiterin Yvonne Pape, Schulsozialarbeiterin Miriam Pohl sowie Christian Moritz, der Leiter der Jugendhilfestation Springe/Pattensen teilnehmen.

„Was können wir strukturell ändern?“

Dabei und in den späteren lockeren Gesprächen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer „wollen wir Ideen entwickeln, was wir strukturell ändern können, um der Kinderarmut zu begegnen“, sagt Röttger.

Eine gute Vernetzung sei dafür wichtig, sagt Lehnhardt, „um unsere Angebote gegenseitig bekannt zu machen“. Deshalb hofft sie auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine Anmeldung bis Mittwoch, 8. Juni, an info@kinderschutzbund-springe ist dafür erforderlich. Rückfragen beantwortet Lehnhardt unter 05041/3389.

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