weather-image
22°
Waffenrechtsreform sieht unangemeldete Behördenbesuche vor / „Seit Winnenden sind alle sensibilisiert“

Jäger sehen schärferen Kontrollen gelassen entgegen

Springe (ric). Waffenbesitzer müssen in Zukunft mit unangemeldeten Kontrollen von Behördenmitarbeitern rechnen, zumindest wenn die Gesetzesreform durchgesetzt wird. Die Jäger in Springe sehen den Neuregelungen relativ gelassen entgegen.


Die Tatsache, dass das Ordnungsamt selbst ohne den Verdacht auf illegalen Besitz von Schusswaffen vor der Tür stehen und bei Einlassverweigerung Besitzscheine einziehen kann, bereitet den über 300 Mitgliedern der Jägerschaft Springe keine Bauchschmerzen, sagt Sprecherin Sabine Warnsmann auf NDZ-Anfrage. „Dennoch ist das neue Waffenrecht ein ganz großes Thema, das bei uns diskutiert wird“. Besonders nach dem Amoklauf von Winnenden seien alle sensibilisiert. „Alle unsere Jäger haben Stahlschränke, selbst bei Transporten gelten besondere Vorschriften, die wir einhalten müssen.“ So darf ein Gewehr nur in einer verschließbaren Tasche im Kofferraum eines Autos transportiert werden – die Munition muss davon getrennt aufbewahrt werden.

Für Hartmut Koch, den Vorsteher der Jagdgenossenschaft Altenhagen I, zählen Jäger zu einem elitären Kreis von Waffenbesitzern, die sich besonderen moralischen Verpflichtungen verschrieben haben. „Unsere Schränke sind mit Zahlenschlössern gesichert, deren Kombination nicht einmal die Ehepartner geschweige denn die Behörden kennen.“ Im Übrigen seien die Gewehre der Wildhüter keine für Amokläufe geeigneten Waffen – sie feuern maximal drei Schuss ab, dann muss nachgeladen werden.

Ende Mai soll die Reform in den Bundestag eingebracht werden, damit sie noch vor der Wahl im September verabschiedet werden kann. Das ursprünglich angedachte Verbot von Kampfspielen wie Paintball, Gotcha oder Laserdom scheint dennoch unwahrscheinlich, weil es keine politische Mehrheit dafür geben wird.

Für Sabine Warnsmann steht fest, dass das Schießen mit Farbkugeln nicht Realität, sondern lediglich ein Spiel ist. Dennoch gebe es natürlich auch immer wieder solche Menschen, die das nicht verstehen würden.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt