weather-image

Ist doch nichts passiert

Springe. Man könnte natürlich einfach weiter warten. Irgendwann wird die Natur schon dafür sorgen, dass von den alten Schuppen am Bahnhof nichts mehr übrig ist. Klar, das dauert eben ein paar Jahrzehnte. Und bis dahin? Ärgert sich die Politik. Und der gelegentlich per Bahn nach Springe Reisende wundert sich. Eine andere Lösung scheint aber nicht in Sicht – auch, weil zwischen Stadt und Grundstückseigentümer Funkstille herrscht.

270_008_7682794_bahnhof_2_.jpg

Den letzten Kontakt mit der ostwestfälischen Firma, die hier vor Jahren mit großen Bezahlparkplatz-Plänen angetreten war, hatte Reinhard Schade vor zwei Wochen. Damals, erzählt Springes Bau-Chef, habe man ihm einen Rückruf des Geschäftsführers angekündigt. Passiert ist bis heute: nichts.

Selbst die Zusage zum Rückruf musste sich Schade nach eigener Aussage langwierig erkämpfen: „Es ist nicht so ganz einfach, jemanden zu erreichen.“ Es herrscht Funkstille zwischen Springe und Herford; seit mittlerweile mehr als zwei Jahren. Über den Winter ist ein Teil der maroden Hallen noch ein bisschen mehr in sich zusammengefallen. Doch selbst wenn die Stadt die Firmenleitung eines Tages am Hörer hat: Ohne deren Kooperation sei es „schwierig“, überhaupt etwas zu erreichen, sagt Schade. Denn solange der Bauzaun das Gelände ordnungsgemäß gegen unerlaubtes Betreten absichert, bestehe aus Sicht der städtischen Bauaufsicht kein Handlungsbedarf: „Wir können nur einschreiten, wenn der öffentliche Raum gefährdet ist.“

Dass es am Bahnhof schlimm aussieht, spielt dabei keine Rolle: „Wir können nicht einen Abriss anordnen, nur weil uns die Optik nicht gefällt.“ Die korrekte Aufstellung des Zauns scheint regelmäßig kontrolliert zu werden – von wem, das weiß Schade nicht.

Selbst die inzwischen geprüfte Variante, den Schuppen abzureißen und die Rechnung nach Ostwestfalen zu schicken, sieht Schade skeptisch: Die Stadt fürchtet, auf den Ausgaben sitzen zu bleiben. Denn das Gesetz sei kompliziert, ein 170-seitiger Leitfaden trägt nicht gerade zur Transparenz bei. Man müsse das Unternehmen ohnehin vor einer Entscheidung anhören.

Offiziell weiß Schade nicht einmal, ob die Firma ihr Parkplatzprojekt tatsächlich beerdigt hat: „Es könnte ja sein, dass sie sagen: Wir legen bald los.“ Nur: Dafür müsste man erst mal ins Gespräch kommen.

Was bleibt? Vielleicht als Notnagel der Ankauf der Flächen und dann der Abriss. Das wäre teuer. Und „eine politische Entscheidung“, sagt Schade. Andere Interessenten als die Stadt und die Region – letztere hat schon abgewunken – sieht der Fachbereichschef nicht. Denn laut Bebauungsplan ist an der Stelle nur ein Parkplatz erlaubt. „Für die Firma ist das Gelände so unter Umständen totes Kapital.“ Für die Stadt wäre es das aber erst mal auch. Nur ohne Schuppen. zett



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt