weather-image
12°

Investitionen in den Bevölkerungsschutz

SPRINGE. „Die finanzielle Ausstattung des Bundes für den Katastrophenschutz ist zu gering“, stellte der Direktor der Feuerwehr Hannover Claus Lange klar. In seinem Festvortrag beim Feuerwehrverband der Region Hannover rief er dazu auf, mehr Geld in den Bevölkerungsschutz zu investieren – und damit auch in Springe.

Beim Festempfang des Feuerwehrverbands informieren sich die beiden Bundestagsabgeordneten der CDU, Maria Flachsbarth und Hendrik Hoppenstedt. Foto: Herrmann

Autor:

Bernhard Herrmann und Saskia Helmbrecht

SPRINGE/REGION. „Die finanzielle Ausstattung des Bundes für den Katastrophenschutz ist zu gering“, stellte der Direktor der Feuerwehr Hannover Claus Lange gestern klar. In seinem Festvortrag beim Feuerwehrverband der Region Hannover rief er dazu auf, mehr Geld in den Bevölkerungsschutz zu investieren. Zu Gast waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Organisationen des öffentlichen Lebens. Akutes Problem in Springe: Die Feuerwehr wartet und hofft „sehnsüchtig“ auf ein neues Fahrzeug.

„Wir hatten zwei Bundesfahrzeuge, eines ist 2009 aus der Förderung gefallen, ein zweites ist altersbedingt nicht mehr wirklich einsatzbereit“, sagte Benjamin Moß, stellvertretender Brandschutzabschnittsleiter III und Mitglied der Ortsfeuerwehr Holtensen.

Die Stärkung des Bevölkerungsschutzes sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, gerade vor dem Hintergrund vermehrt auftretender Unwetter, wie in diesem Sommer in Bennigsen. „Wir leben vom Ehrenamt und brauchen jede helfende Hand. Ohne das Ehrenamt geht es nicht“, betonte Lange in seiner Festrede. Und weiter: „Wir sind froh, dass zurzeit genügend Helfer bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Region tätig sind.“

Auf der anderen Seite forderte er mehr Fachwissen von den Helfern, um für die zukünftigen Aufgaben des Bevölkerungsschutzes gewappnet zu sein. „Dafür sind Expertenwissen und eine moderne Ausstattung notwendig.“ Es müsse mehr Wertschätzung für den Einsatz der Ehrenamtlichen geben.

Dass die Anforderungen an die Einsatzkräfte gestiegen sind, weiß auch Moß. „Ja, die Aufgaben sind komplexer geworden. Wir müssen uns über viel mehr Dinge Gedanken machen, Taktiken auswählen und mehr. Die Aufgabe verlangt mehr Verantwortung“, erklärte Moß. Als Beispiel für die hohen Anforderungen nannte er das Feuer bei Regiobus in Eldagsen. „An erster Stelle stand die Gefahr der Ausbreitung. Dann musste geklärt werden, ob wir zu Weihnachten überhaupt genug Leute zusammenbekommen, was wir wie machen und wo wir anfangen“, sagte Moß.

Der Bund ist für die Ausstattung und Finanzierung des Katastrophenschutzes zuständig. Persönlich an die heimische Bundestagsabgeordnete der CDU, Maria Flachsbarth, gerichtet, gab Lange ein anschauliches Beispiel: Ein Löschfahrzeug des Katastrophenschutzes aus dem Jahr 1968 müsse heute im Einsatzfall von einem 24-jährigen Feuerwehrmann gefahren werden, der nur halb so alt ist wie das 48 Jahre alte Fahrzeug. „Ich appelliere an Sie, mehr für den Bevölkerungsschutz zu tun“, sagte Lange. Denn: Nur eine moderne Ausstattung mache das Ehrenamt auch attraktiv. Zentraler Punkt in der Informationsgesellschaft sei eine zeitgemäße Warnung der Bevölkerung vor möglichen Gefahren – zum Beispiel mit der App „Katwarn“. „Wir versuchen, die App überall zu verbreiten. Das Programm funktioniert super und gerade die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes sind sehr hilfreich“, ergänzte Moß.

Für die Bewältigung regionaler und überregionaler Schadenslagen sei auch eine Veränderung in der Führungsorganisation nötig. „Der Föderalismus ist schwammig“, erklärte Lange in Hannover.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt