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Springer für Einsatz bei Waren-Fahrt belobigt / Bürgermeister: „Wir sind stolz und dankbar“

Innenminister ehrt Busunglück-Retter

Springe. Innerhalb von Sekunden haben sie ihn wieder vor Augen, diesen Moment – auch ein halbes Jahr später noch. Als der Fahrer auf seinem Sitz zusammensackt, der Reisebus mit über 80 Stundenkilometern in die Leitplanke driftet. Weil die Springer Eberhard Celta (80) und Eberhard Bunt (72) beherzt eingreifen, verhindern sie ein schlimmes Unglück. Gestern erhielten sie von Innenminister Uwe Schünemann öffentliche Belobigungen – überreicht durch Bürgermeister Jörg-Roger Hische.

Ehrung: Roswitha und Eberhard Bunt, Bürgermeister Jörg-Roger Hische, Eberhard und Ruth Celta (v. l.). Foto: zett
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Es war der 11. Juli 2010, ein heißer Tag. Celta und Bunt haben gerade mit ihren Ehefrauen und über hundert weiteren Springern ein erlebnisreiches Wochenende in der Partnerstadt Waren verbracht. Auf der Rückfahrt sitzen sie ganz vorne, hinter dem Busfahrer. Als dieser plötzlich zusammenbricht, reagiert Eberhard Bunt, ohne lange zu überlegen: Er schnallt sich ab, steht auf, ergreift das Lenkrad. Der Bus, besetzt mit 40 Springern, knallt immer wieder an die Leitplanke. Währenddessen versucht Celta, den ohnmächtigen Busfahrer auf den Sitz zu wuchten, um das Bremspedal erreichen zu können. Der Bewusstlose kommt wieder zu sich, zu dritt können die Männer den Bus schließlich stoppen.

Dass Menschen aus Niedersachsen für ein solches Handeln offiziell geehrt werden, passiert nicht oft. Gerade einmal drei Auszeichnungen verzeichnet die Statistik etwa für das gesamte Jahr 2009. Innenminister Schünemann lobt auf den Urkunden den „opferwilligen und tatkräftigen Rettungseinsatz“ der beiden Springer Rentner. Auch Hische machte deutlich, wie hoch er das Handeln von Celta und Bunt einschätzt: „Wir als Stadt und Gastgeber der Fahrt sind stolz und dankbar, dass sie das getan haben. Wir wollen uns gar nicht ausmalen, was hätte passieren können.“ Im Namen der Verwaltung gab es vom Bürgermeister einen Restaurantgutschein und einen Bildband über das Wisentgehege.

Bus gefahren sind Eberhard Bunt und seine Frau Roswitha übrigens erst vor ein paar Tagen wieder. Zu Silvester ging es nach Karlsruhe, mit einem Gutschein des gleichen Reiseunternehmens wie im Sommer. Eberhard Bunt lächelt: „Und wer saß da am Steuer? Wieder unser Fahrer von damals.“ Dann wird der 72-Jährige ernst: „Er hat erzählt, dass es ihm körperlich wieder besser geht. Aber die Arbeit macht ihm seit dem Unfall nicht mehr so viel Spaß. Jedes Mal, wenn er ein Busunglück sieht, kommt ihm das alles wieder hoch.“



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