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Gruppe macht mit Unterschriftensammlung gegen Biogasanlage mobil / Gesprächsabend geplant

Initiative mutmaßt: Politik schindet Zeit

Springe (ric). Langsam aber sicher läuft der Bürgerinitiative (BI) die Zeit davon: Am 6. September wird im Planungsausschuss das letzte Mal vor der Ratssitzung über den Bau der am Schwarzen Koppelweg geplanten Biogasanlage gesprochen. Und während sich immer mehr besorgte Anlieger zusammenschließen und Unterschriften sammeln, hüllen sich die Entscheidungsträger in Schweigen.

Wehren sich gegen die Anlage, die hier entstehen soll: die Bürgerinitiative mit Matthias Lange-Gandyra und Olaf Klemm. Foto: ric

„Schade, dass kein Interesse da ist“, bemängelt Olaf Klemm, der mit Matthias Lange-Gandyra Sprecher der Gruppe ist. Weder die potenziellen Betreiber noch die Politiker seien auf die Initiative – und damit auf die Meinung des Bürgers – eingegangen. Lediglich Elke Thielmann-Dittert (Grüne) hatte einen Runden Tisch mit allen Beteiligten gefordert – doch auch daraufhin sei nichts passiert. Keine Gesprächsangebote. Kein Entgegenkommen.

Aus Sicht der Gruppe liegt die Vermutung nahe, dass die Entscheidung ausgesessen werden soll. Hintergrund sei offensichtlich das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das zum Januar novelliert wird. Ab dann stellt die Regierung andere Bedingungen an den Anlagenbau: eine geringe Distanz zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben und Wärmeabnehmern, also den „räumlichen Zusammenhang“, sowie keine weiteren Maismonokulturen.

Gerade vor der Kommunalwahl sei es „durchaus angemessen“, dass die Politik klar Stellung beziehe, meint Klemm. Schließlich habe nicht zuletzt eine Umfrage auf www.ndz.de ergeben, dass die Mehrheit der Bürger gegen diese Anlage sei.

Als Betreiber tritt die Bioenergie Springe Beteiligungs-Gesellschaft auf. Von den vier Geschäftsführern kommt nur einer aus Springe, drei weitere aus Bad Münder. Für die Springer Gruppe ist offensichtlich, dass somit rein wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen würden – und das zulasten eines besonderen Naherholungsgebietes. Dies sei aber nicht im Sinne einer Biogasanlage, bei der es um die Verwertung von Reststoffen gehen müsse und nicht darum, hektarweise Mais anzubauen, bemängelt Lange-Gandyra. Nabu-Vize Rudolf Krause fürchtet indes um das letzte größere Grünland-Areal in Springe. Die Anlage am Schwarzen Koppelweg zu bauen, sei alles andere als ein gutes Ergebnis.

Und so hat die BI begonnen, Unterschriftenlisten auszulegen. Interessierte finden sie im Reisebüro Cook, bei Krabat, Hilger, der Buchhandlung an Nordwall, im Café M14, im Salon Loges, im Mariechen, bei Reiß und Dziubek und im proVita. Zudem hat Anwohnerin Hiltraud Scholz begonnen, von Tür zu Tür zu gehen. „In zwei Tagen habe ich fast 90 Unterschriften gesammelt“, sagt sie.

Weil keiner auf sie zugekommen ist, will die BI nun selber ein Gespräch am Runden Tisch ins Leben rufen. Es soll in jedem Fall unter Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfinden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.



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