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In Springe wird’s polarweiß

SPRINGE. Wenn es dunkel wird in Springe, hüllen sich die Fußgängerüberwege in gelbes Licht – seit Jahrzehnten. In einigen Monaten sieht die Welt rund um die Zebrastreifen dagegen anderes aus:

Durch die neuen LED-Laternen werden die Straßen gezielter angeleuchtet – in den Vorgärten und an den Fassaden der Häuser ist es dagegen dunkler als zuvor. FOTO: STADT SPRINGE
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Bei der Umrüstung der Straßenlaternen werden auch die alten Natriumdampf-Lampen durch moderne LEDs ersetzt. Dann scheint das Licht dort polarweiß-kalt, klärte Tiefbauamtsleiter Gerd Gennat jetzt im Bau-Ausschuss auf.

Die Stadt ist verpflichtet, die Überwege hervorzuheben: „Die Lichtfarbe muss eine andere sein“, sagt Gennat. Autofahrer sollen so unterbewusst gewarnt werden: „Hier besonders aufmerksam sein!“

Das für die Augen angenehmere warm-weiße Licht fällt für die Gefahrenzonen weg: Es wird bei der LED-Umrüstung zum allgemeinen Standard in der Deisterstadt. Innerhalb von zwei Jahren sollen alle 3500 Laternen im Stadtgebiet modernisiert werden. Knapp 1000 haben bereits einen neuen Leuchtenkopf, 2300 sollen es bis zum Jahresende sein. Die Monteure werden dann in der Kernstadt, in Bennigsen und in Gestorf gewesen sein.

Gennat lobt, dass bislang alle Arbeiten im Zeitplan liegen. Er verschweigt aber auch nicht, dass nicht jeder Bürger ein Freund der neuen Technik ist: Im Rathaus seien Beschwerden von Bürgern eingegangen, die von den neuen Lampen in ihrem Wohnzimmer geblendet werden oder denen es jetzt im Vorgarten nicht mehr hell genug erscheint. In Einzelfällen könne ein Montagefehler vorliegen, nimmt Gennat Rückmeldungen gerne entgegen. In der Wohnung geblendet werden solle niemand. Aber wenn der Garten nicht mehr ausgeleuchtet wird, sei das durchaus gewollt – das sei nämlich nicht Aufgabe der öffentlichen Laternen.

Neu ist auch: Spätabends und nachts, wenn wenig auf den Straßen los ist, kann das Licht gedimmt werden; in vier Stufen. Ohne diesen Trick würde sich der Energie-Verbrauch gegenüber früher nur halbieren. Mit ihm liegt die Ersparnis sogar bei 70 Prozent.

Die Grünen-Politikerin Elke Thielmann-Dittert lobte im Ausschuss diese intelligente Steuerung, die im kommenden Jahr eingeführt wird. Die Mehrkosten liegen bei rund 70 000 Euro, führen aber dazu, dass eine zusätzliche Förderung in Höhe von 70 000 bis 100 000 Euro fließt. Die Umrüstung auf LEDs kostet mit allem Drum und Dran gut 1,2 Millionen Euro, alle Hauseigentümer müssen über die Straßenausbau-Beiträge direkt einen Teil der Erneuerung zahlen.

Auch alle historischen und dekorativen Leuchten – zum Beispiel auf dem Marktplatz – sollen einen modernen Kopf erhalten. Sie werden im kommenden Jahr angefasst. Bei jeder siebten der „normalen“ Straßenlaternen wird der Mast verlängert, damit das Licht künftig besser fällt.



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