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Klimaschutzmanagerin Härtel startet Aktionsprogramm / Stadt soll umweltfreundlicher werden

„In Springe steckt großes Potenzial“

Springe. Die Dimensionen sind gewaltig. Katrin Härtel hat das mal ausgerechnet: Jeder Springer verursacht im Jahr so viel Kohlenstoffdioxid, dass sich mit dieser Menge sechseinhalbmal das Schwimmerbecken des Hallenbads füllen ließe. Dennoch ist die neue Klimaschutzmanagerin optimistisch, in den drei Jahren ihrer Amtszeit zahlreiche Maßnahmen anzuschieben: „In Springe steckt großes Potenzial.“

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Autor:

Markus Richter

Härtels Aufgabe ist es, Maßnahmen aus dem von vielen Akteuren erstellten Aktionsprogramm peu à peu umzusetzen. Und der Katalog ist umfangreich: 88 Projekte, 27 davon vom Rat mit oberster Priorität ausgewählt. Die 42-Jährige sieht einen ersten Schritt darin, das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken. Sie weiß: Springes größte Energieverbraucher sind die privaten Haushalte (67 Prozent), erst danach folgen Industrie und produzierendes Gewerbe.

Die Völksenerin lebt mit ihrer Familie selbst in einem Passivhaus. Jetzt will sie einen Katalog erstellen, der Vorzeige-Häuser dokumentiert. Informationen von Energieberatern und Architekten sollen die Broschüre abrunden. „Energie zu sparen bedeutet oft, langfristig weniger Geld auszugeben und die Umwelt zu schonen.“ Härtel plant den Aufbau einer unabhängigen Beratung. Dabei will sie keine Firmen empfehlen, sondern Hausbesitzern die richtige Herangehensweise an Vorhaben zur energetischen Sanierung aufzeigen. „Es ist nicht damit getan, neue Fenster oder eine Wärmedämmung einzubauen.“ Oft reiche es, die Heizkörperventile auszutauschen oder die Decke statt der Wände zu dämmen. Härtel wird dafür Energieberater vermitteln. Mit denen und Handwerkern sowie Kreditunternehmen plant sie regelmäßig tagende Runde Tische. Workshops wird es ab nächster Woche auch in Schulen geben: Zunächst sollen die Hausmeister für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Die Seminare werden in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Eldagsen durchgeführt.

Auch ein erster Verein hat sich schon bei ihr gemeldet (Kontakt: 05041/73334, katrin.haertel@springe.de). Der Klub weiß, dass in seiner Halle Energie verschwendet wird und sucht nun Hilfe. Härtel schwebt zudem ein Netzwerk vor, dass von der Grundschule bis zur höheren Schulungseinrichtung das Thema Klimaschutz im Unterricht forciert.

„Das meiste Potenzial steckt in jedem Einzelnen von uns – nur weil wir jetzt eine Klimaschutzmanagerin haben, können die anderen nicht sagen, ich mache nichts mehr – im Gegenteil.“



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