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In Springe nutzen mehr Haushalte die Restmülltonne

SPRINGE. Zwei Jahre nach der Einführung der Restabfalltonne in Springe hat das neue System das alte überholt:

In Container oder Tonne: Die Restmüllentsorgung per Sack nutzen in Springe 6216 Haushalt. Weniger als Tonne oder Container. FOTO: AHA
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Nach Angaben von Entsorger Aha nutzen 7734 Haushalte die Tonne (oder einen großen Container) – 6216 sind noch an die Sackabfuhr angeschlossen. Gestartet war die neue Tonne zum 1. Januar 2017 mit knapp über 4000 Haushalten.

Auch bei den Gewerbekunden im Stadtgebiet hat die Tonne laut Sprecherin Helene Herich die Oberhand: Aha verzeichnet 629 Betriebe, die Restmüllbehälter nutzen – und 356 die Sackabfuhr.

Gestartet war Aha am 1. Januar 2017 mit knapp über 4000 Tonnen-Haushalten. Die steigenden Zahlen in Springe sind allerdings nicht unbedingt ein Zeichen für die zunehmende Beliebtheit der Tonne: Denn der Restmüllsack, für dessen Erhalt sich viele Bürger und auch die Politik ausgesprochen hatten, ist quasi zum Aussterben verdammt. Behalten durfte ihn nur, wer sich vor Einführung der Tonne ausdrücklich dafür aussprach, ihn behalten zu dürfen.

Wer seitdem nach Springe gezogen ist oder hier neu baut, „ist nunmehr verpflichtet, die Tonne zu nehmen, denn die Tonnenabfuhr ist die Regelabfuhr in der Region Hannover“, sagt Herich. Neubaugebiete werden grundsätzlich komplett an die Tonne angeschlossen. Einen Weg zurück für ehemalige Abfallsacknutzer gibt es nicht: Wer sich einmal für die Tonne entschieden habe, „kann nicht mehr zu den Restabfallsäcken zurückwechseln“, so Herich. Wer in eine Mietwohnung zieht, deren Eigentümer die Sackabfuhr nutzt, kann dagegen dabei bleiben.

Rechnerisch sind die Tage des bei vielen beliebten Restabfallsacks in jedem Fall gezählt – nur wann, das vermag man auch bei Aha nicht vorauszusagen. Herich verweist auf den Regionstrend, der auf den ersten Blick wesentlich deutlicher erscheint als der in Springe: Demnach gebe im gesamten Aha-Gebiet 85 Prozent Tonnennutzer – und nur 15 Prozent Sacknutzer. Allerdings beinhaltet dieser Wert auch die Haushalte in der Landeshauptstadt – wo es nie einen Restmüllsack gab.

Ein endgültiges Aus für die Beutel will aber auch Herich nicht aus den Zahlen folgern: „Hier bedarf es einer politischen Entscheidung.“ Die Politik müsse sagen, „ob und wann man die Sackabfuhr einstellt und alle Kunden im Regionsgebiet auf das bundesweit vorherrschende Abfuhrsystem der Behälterabfuhr umstellt“, so Herich.

Dass das Unternehmen selbst liebend gern die Restmüllsäcke abschaffen würde, ist kein Geheimnis: Sie verweist nicht nur auf die Gesundheit der Mitarbeiter, die die teils schweren Säcke heben müssen. Sondern auch mit den Kosten, die die beiden parallelen Systeme verursachen – unter anderem durch den Gutscheinversand, mit dem Aha die Verteilung der Säcke bislang regelte.



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