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In den Gottesdiensten wird zu wenig Pop-Musik gespielt

SPRINGE. Superintendent Detlef Brandes wünscht sich mehr Mut von seinen Pastoren, in den Gottesdiensten auf Pop-Musik zu setzen.

Die Kirche in Bennigsen. Foto: Archiv/Helmbrecht
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Kirchliche Popularmusik“ werde zwar „als laienhaft angesehen oder leider häufig auch erlebt“, aber: Werde sie professionell gestaltet, seien die Ergebnisse überraschend gut.

Der Pop-Kantor Til von Dombois habe in seinen sechs Jahren viel bewirkt und „den Blick für neue Facetten der Gottesdienstgestaltung geöffnet“. Alternativen zum traditionellen musikalischen Ablauf müssten her. Brandes: „Auch wenn es hart klingt: Kann ein Grund dafür, dass manche nicht zum Gottesdienst kommen, nicht darin liegen, dass nur die dort sind, die diese eine traditionelle Form gelten lassen?“

Der Superintendent hat vor wenigen Tagen in Springe seinen Epochalbericht vorgelegt. Er sei sich darüber im Klaren, dass ein paar poppige Töne nicht den Nachwuchsmangel beheben werden. Aber: „Wer sich von einer Bach-Kantate begeistern lässt, singt möglicherweise auch gern einen Gospel oder ein neues geistliches Lied. Kurz: Die Vielfalt kirchenmusikalischer Stile ist eine Chance, den Glauben menschennah zu vermitteln.“ Genau diese Vielfalt würden die derzeitigen Gottesdienstpläne aber noch nicht wiedergeben.

Die Arbeit des Pop-Kantors ist aus Brandes Sicht „noch lange nicht ausgereizt“. Sie sei „vor allem keine Alternative oder Konkurrenz zur traditionellen Kirchenmusik, die nach wie vor in unserem Kirchenkreis einen hohen Stellenwert hat“.

Dank des Kirchenkreiskantors Zoltán Suhó, der seit einem Jahr im Dienst ist, sei auch das Niveau der klassischen Musik hoch. Suhó habe unter anderem den Kontakt zu den nebenberuflichen Kirchenmusikern ausgebaut, „nicht als Aufsicht, sondern als Motivator und Berater“.

Herausgekommen sei dabei leider auch, dass nicht jede Gemeinde vorbildlich mit ihrer Orgel umgehe. Brandes wörtlich: „Die meisten Autos werden besser gepflegt als die Orgel.“mari

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