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Job-Center beobachtet Entwicklung mit Sorge / Wernitz: „Man muss von seiner Arbeit leben können“

Immer mehr Vollverdiener benötigen Hartz IV

Springe (mari). Die Zahl der Springer, die arbeiten und trotzdem auf Hartz IV angewiesen sind, steigt. „Betroffen sind nicht nur Geringverdiener, sondern immer häufiger auch Normalverdiener“, sagt Job-Center-Leiter Andreas Wernitz. Erschreckend: Mit jedem Kind steigt das Armutsrisiko.


„Man muss von seiner Arbeit leben können – auch mit einer großen Familie“, betont Wernitz. Doch die Realität sieht anders aus. Mit Sorge stellen er und seine Kollegen fest, „dass immer mehr arbeitende Menschen zu uns kommen müssen“. 1100 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften gibt es derzeit in der Deisterstadt. Dahinter verbergen sich etwa 2250 Personen, Kinder genauso wie Ehepartner und Renter.

In 457 dieser 1100 hilfsbedürftigen Familien gibt es mindestens einen Verdiener. Viele von ihnen bessern die Haushaltskasse als 400-Euro-Kraft auf, etliche gehen einem Mini-Job nach. Bedenklich: Fast 20 Prozent dieser „Zuverdiener“ arbeiten Vollzeit. Um über die Runden zu kommen, wären sie also gezwungen, den Beruf zu wechseln oder einen Zweit- oder Drittjob anzunehmen.

Zufrieden ist der Job-Center-Chef dagegen mit der Gesamtzahl der Langzeitarbeitslosen. Sie liegt in Springe unter dem Regionsdurchschnitt. Während etwa 5,2 Prozent der erwerbsfähigen Deisterstädter Hartz-IV-Empfänger sind, sind es im Umkreis etwa 6,6 Prozent. Dietlind Osterkamp, Bereichsleiterin für die Job-Center in Springe und Barsinghausen, erklärt den Unterschied mit der ländlichen Struktur der Deisterstadt: „Hier gibt es mehr Arbeitgeber, die auch einem langzeitarbeitslosen Menschen eine Chance geben.“ Außerdem machten sich die vergleichsweise gute Verkehrsanbindung nach Hannover und die Arbeit der örtlichen Vermittler bemerkbar: „Hier werden offenbar die Qualifizierungsmaßnahmen und möglichen Arbeitgeber besonders gut ausgewählt.“

Knapp 60 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Männer. 60 Personen sind jünger als 25 Jahre. „Das möchten wir gerne ändern. Aber die Zahl bleibt leider stabil“, so Wernitz.



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