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Naturschützer von Region und Nabu beobachten die Fledermaus-Population in Springe / Jährliche Kontrolle

Im dunklen Steinbruch den Jägern der Nacht auf der Spur

Springe (ame). Der Einstieg ist abenteuerlich. Ein Loch in der Wand, vielleicht einen halben Meter groß, umgeben von der rustikalen Kulisse des Steinbruchs Fahrenbrink. An dieser Stelle, an der bis 1969 der Kalkabbau florierte, kämpft sich Karsten Passior in den Untergrund vor. Seine Mission: Die Beobachtung der Fledermaus-Population.

Auf der Suche nach den nachtaktiven Säugern: Karsten Passior (l.

Einmal im Jahr ist der Experte aus Nordstemmen in dem 27 Meter langen Tunnel unterwegs. Dann: Dunkelheit.

Passior knipst seine Taschenlampe an, ohne die sieht er nicht die Hand vor den Augen. Der Naturschützer kennt die Verstecke der nachtaktiven Säugetiere. Karl Haverkamp vom Springer Nabu-Ortsverein ist dicht an seiner Seite, filmt die Aktion.

Tunnel seit 1994

ein Rückzugsort

Schließlich werden sie fündig. Eine Fransenfledermaus hängt kopfüber an einem Hohlblockstein. „Man erkennt sie an den teppichartigen Fransen der Schwanzflughaut, am weißen Bauch und an der Ohrform“, erklärt Passior. Drei weitere Exem-plare finden sich bei der Exkursion – etwas wenig, meint der Experte.

Abenteuerlicher Einstieg: Der alte Steinbruch ist zum Rückzugsqu
  • Abenteuerlicher Einstieg: Der alte Steinbruch ist zum Rückzugsquartier für Fledermäuse.
Ein Mausohr im Winterschlaf.
  • Ein Mausohr im Winterschlaf.

Im Jahr 1994 besichtigten Mitarbeiter des Landes Niedersachsen den Tunnel und bauten ihn als Rückzugsort für Fledermäuse um. Gefördert von Stadt und Land wurden so genannte Blähtonsteine angeschafft, die das Technische Hilfswerk Springe an der Decke befestigte. „An den leicht rauen und großen Hohlräumen der Steine können sich die Tiere gut festhalten“, erklärt Passior. Seit nunmehr vier Jahren ist der Fledermaustunnel eines der letzten heimischen Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Tiere.

Im vergangenen Jahr wurde der Fledermausbetreuer, der seiner Tätigkeit als Hobby nachgeht, in Springe ebenfalls fündig: Neun Fransenfledermäuse, zwei Mausohrfledermäuse, Deutschlands größte Fledermausart, sowie je eine Wasser- und Große Bartfledermaus hingen damals im Tunnel.

Für Kinder bietet der Naturschutzbund in den Sommerferien eine Ferienpassaktion im Volkspark an. Erfahrungsgemäß wird es dann zahlreiche Fledermäuse zu sehen geben.

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