weather-image
SPD und Grüne setzen sich nach emotionaler Debatte im Rat durch / Streit über CDU-Antrag

IGS: Eine Stimme bringt die Entscheidung

Springe (zett). Am Ende wusste wohl jeder, wo er steht: Mit einer Mehrheit von einer Stimme hat der Rat gestern Abend alle Zeichen auf die Einrichtung einer IGS gestellt. Offenbar gab es damit weder bei SPD und Grünen noch bei CDU und FDP Abweichler.

Dafür oder dagegen? Ulrich Kalinowski (CDU, r.) und SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe (2. v. r.) scherzen bei der geheimen Absti

Die Verwaltung muss nun eine Elternbefragung durchführen – und bei positivem Ergebnis die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule beim Land beantragen. Außerdem soll es eine Planungsgruppe geben sowie eine erste Einschätzung der Kosten, die die Stadt in den kommenden Jahren für die neue Schule aufbringen müsste. Bis die Ratspolitiker gestern allerdings zur – auf Antrag der FDP geheimen – Abstimmung schreiten konnten, ging es noch einmal rund. In einer sehr persönlich gefärbten Rede bezichtigte Anette Henkels (CDU) den politischen Gegner des „unseriösen Wahlkampfs“ und mahnte noch einmal an, Details zur neuen Oberschule abzuwarten. Außerdem empörte sie sich über den Begriff der „Restschule“, mit der einige IGS-Anhänger eben jene Oberschule zuletzt betitelt hatten: „Ich verbitte mir so eine Wortwahl. Machen Sie sich Gedanken darüber, was sie damit bei den Kindern auslösen“, so Henkels.

Axel Schulte-Czichon (SPD) konterte, die CDU selbst habe diese Sortierung forciert: „Für Sie gibt es doch nur noch das Gymnasium“, rief er durch den Saal – und bekam ein saftiges „Ihr habt doch die Hauptschule kaputtgeredet!“, von der Union zurück. Auch den Wahlkampf-Vorwurf wiesen die IGS-Befürworter entschieden zurück. Man habe jetzt auch schnell handeln wollen, um das Thema noch vor der heißen Wahlkampfphase abzuschließen, erklärte Elke Thielmann-Dittert (Grüne). Wortgefechte gab es schließlich auch zwischen Bürgermeister Jörg-Roger Hische und CDU-Fraktionschef Jürgen Kohlenberg. Letzterer hatte die Verwaltung mit einem Alternativantrag überrascht: einer ergebnisoffenen Prüfung sowohl der Einrichtung einer IGS, als auch einer Oberschule. Sein Antrag, so Kohlenberg, sei der weiterführende und müsse deshalb zuerst zur Abstimmung gestellt werden. Eine Meinung, die Hische nicht teilte: „Das können wir jetzt nicht mehr prüfen und das wissen Sie“, reagierte der Bürgermeister verärgert. „Es wäre fair gewesen, wenn sie uns schon heute Nachmittag informiert hätten.“

Nach kurzer Beratung stufte er den ursprünglichen Antrag von SPD und Grünen wegen dessen Auswirkungen als weiterführend ein: „Was Sie machen, ist Spiegelfechterei. Wir wissen alle, wie das heute Abend ausgeht“, fuhr Hische Kohlenberg an.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt