weather-image
11°
Der Regionsabgeordnete Detlev Herzig scheidet nach 25 Jahren aus dem Gremium aus

„Ich würde es wieder machen“

270_0900_17214_herzig.jpg
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Natürlich leidet auch die Familie unter solch einem Engagement“, sagt der 65-jährige Bennigser, der jetzt nach 25 Jahren aus dem Gremium ausscheidet im Rückblick. Dennoch würde er sich immer wieder in die Regionsversammlung wählen lassen.

Dabei war der amtierende Vorsitzende der SPD-Abteilung Bennigsen bereits Mitglied im Vorgängergremium der Regionsversammlung, im Kommunalverband. Zwei Springer waren während seiner Zeit in dem Gremium vertreten: Er und der Christdemokrat Dieter Gabriel. „Das, was wir damals beschlossen haben, war nicht zum Nachteil von Springe – da ist eine ganze Menge passiert“, sagt Herzig.

Etwa die Erneuerung des Bahnhofs in Bennigsen. „Damit so etwas umgesetzt wird, bedarf es immer der Zusammenarbeit der Politiker innerhalb der Kommune vor Ort.“ Funktioniert die, lasse sich viel für eine Stadt tun, wenn ein Thema nicht vorab kontrovers diskutiert wird. 2001 wurde die Region Hannover gegründet – und Herzig wurde in die Regionsversammlung gewählt.

„Die Kommunalpolitik ist die Basis der Demokratie“, sagt Herzig, wenn man ihn zu seinem Engagement befragt. Er hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Akteure vor Ort immer häufiger Kritik ausgesetzt seien. Und auch die Arbeit der Region werde mit zunehmender Parteienzahl schwieriger: „Die Debatten verlängern sich, viele Diskussionen tragen zur kommunalpolitischen Situation wenig bei.“

Dass die Region den alten Landkreis abgelöst hat und Springe damit politisch und administrativ enger mit Hannover verbunden ist, begrüßt der Sozialdemokrat. „Entscheidend ist, dass die Grenze zwischen der Landeshauptstadt und dem Umland stärker aufgehoben wird“, sagt er. Davon profitiere – das Umland. Herzig glaubt, dass die Stadt am Deister daraus oft Vorteile gezogen hat: „Die Renovierung der Kreisstraße durch Mittelrode, der Lüderser Straße durch Bennigsen, die Renovierung der Steinhauerstraße in Völksen – all das hat die Region finanziert.“ Im Vergleich mit den Landesstraßen seien die Kreisstraßen, für die die Region zuständig ist, im guten Zustand.

„Das ist ja nicht selbstverständlich in Zeiten leerer Kassen“, sagt Herzig. Die guten Dinge, etwa das zweite Gleis auf der Deisterstrecke, die Renovierung des Springer Bahnhofs, hätten viele Springer schon vergessen. Herzig wünscht sich, dass die Stadt wieder stärker in einen Dialog mit der Region eintritt. „Wir sollten im Gespräch bleiben – und uns nicht abwenden, etwa in Richtung Bad Münder.“ Das sei die falsche Richtung – Springe müsse sich wegen der geografischen Nähe und der ökonomischen Stärke der Landeshauptstadt dorthin orientieren.

„Die Einwohnerzahl Springes macht gerade mal zwei Prozent der Einwohnerzahl der Region aus“, sagt der Bennigser. Natürlich sei es da schwierig, in der Regionsversammlung für seine Stadt zu wirken. „Es gehört zu den Grundsätzen der Demokratie, dass man um Mehrheiten ringt“, sagt er. Und die Mehrheit werde nicht immer das sein, was alle gern hätten. Eben dieses Ringen um den Kompromiss ist es, das er am meisten an der Regionsversammlung vermissen wird, fürchtet er.

Beim Thema Krankenhaus räumt Herzig unumwunden ein, dass er mit der Mehrheit gestimmt hat. Für die Schließung. „Das Ganze hat mich schon belastet, es war die schwierigste Entscheidung, die ich getroffen habe.“ Er steht aber auch jetzt noch zu ihr. Und betont, dass es niemals nur um die Frage Schließung gegangen sei, sondern darum, wie teurer es werden würde, das Krankenhaus zukunftsfähig zu machen: „zu teuer“. Zudem habe die Region dafür gesorgt, dass das Klinikum Gehrden per Regiobus von Springe rasch erreichbar sei.

Überhaupt: Nahverkehr, Busse, Bahnen, Straßenbahnen, das ist sein Thema. „Die Zufriedenheit mit den Nahverkehrsangeboten in der Region ist hoch“, freut er sich. Immerhin saß Herzig auch 24 Jahre im Aufsichtsrat der Regiobus und ihrer Vorgänger. Und ist selbst begeisterter Bahnfahrer.

Seinem Nachfolger in der Regionsversammlung, dem Gestorfer Eberhard Brezski, wünscht Herzig alles Gute. Auf die Politik mag er selbst aber nicht ganz verzichten: „Ich werde mich weiter einmischen“. In der SPD-Abteilung Bennigsen bleibt er Vorsitzender.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt