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„Ich bin noch dran“

Springe. Noch sind sie nicht zerplatzt – die Träume von einem neuen Magneten in der Innenstadt. Aber es gibt Probleme an einer Stelle, an der Investor Peter Othmer damit nicht gerechnet hat: Er findet keinen Lebensmittelmarkt für sein geplantes Einkaufszentrum am Nordwall. Aufgeben will er deshalb aber nicht.

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Bis Mitte der Woche hatte alles noch ganz rosig ausgesehen. Othmer war gelungen, was mancher kaum für möglich gehalten hatte: eine Einigung mit den Eigentümern des sogenannten Woolworth-Komplexes. Der Bauunternehmer und die ausländischen Geldgeber eines großen Immobilienfonds hatten sich grundsätzlich auf einen Kaufpreis verständigt. Damit schien die größte Hürde genommen.

Weniger Erfolg hatte Othmer indes mit seinen Bemühungen, ein auf Lebensmittel spezialisiertes Einzelhandelsunternehmen als Anker für den Neubau zu gewinnen. Sein Favorit, der Rewe-Konzern, hat ebenso abgewinkt wie die regional starke WEZ-Gruppe (28 Märkte). Mit beiden arbeitet Othmer seit Jahren zusammen. Der Grund für die Absage ist hier wie da gleich: zu wenig Parkplätze.

Othmers Konzept sieht knapp 60 Einstellflächen vor. Die Handelskonzerne machen mindestens das Doppelte, lieber noch 150 ebenerdige Plätze zur Bedingung für eine Ansiedlung. Für Rewe war die derzeit noch unbefriedigendere Parkplatzsituation mitausschlaggebend, vor einem Jahr den bis dahin in der Immobilie betriebenen Markt zu schließen.

Bedeutend mehr als 60 Stellflächen kann Othmer nach eigenen Angaben nicht realisieren. „Dazu müsste ich noch mehr Grundstücke kaufen, das rechnet sich dann überhaupt nicht mehr.“

Der gebürtige Springer glaubt nicht, dass es Chancen gibt, eine andere Supermarktkette zum Einzug zu bewegen. Sein Fazit: „Es wird dort keinen Lebensmittelmarkt geben.“

Aufstecken will er deshalb aber nicht. Der umtriebige Unternehmer erwägt nun einen Kurswechsel. Offenbar verhandelt er auch schon mit anderen potenziellen Mietern. Details gibt er nicht preis.

Er versichert jedoch: „Ich bin noch dran.“ Schließlich habe er schon viel Zeit und Nerven investiert, „da höre ich jetzt nicht einfach auf“, demonstriert er Zuversicht.

Der nach seinem ersten Besitzer, einer Kaufhauskette, benannte Woolworth-Komplex erstreckt sich vom Nordwall bis zum Alten Rathaus. Die größte Fläche wurde jahrelang von Rewe belegt. Wegen eines fehlenden Höhenausgleichs war der zudem sehr beengte Supermarkt nur über Treppenstufen beziehungsweise ein elektrisches Rollband erreichbar.

Auch an anderen Stellen erweist sich das Gebäude als nicht frei von baulichen Tücken. „Es gibt allein acht Treppenhäuser mit einer Breite von gerade mal zweieinhalb Metern“, sagt Othmer mit Kopfschütteln. Das ganze Haus sei „völlig verbaut“, was ihm die Arbeit erschwere.

Der Supermarkt steht seit einem Jahr leer, ebenso wie ein Großteil der Büroflächen im Obergeschoss. Gut frequentiert werden dagegen die an der Front zur Fünfhausenstraße gelegenen Läden des Textildiscounters Kik und der Drogeriemarktkette Rossmann.

Rossmann hatte unlängst versprochen, Springe in jedem Fall treu zu bleiben – Neubau hin oder her. „Wir sind mit dem Standort sehr zufrieden“, betont Pressereferentin Annika Lingner. Man gehe inzwischen aber davon aus, dass sich räumlich nichts ändern wird.

Wenn Othmer seine ursprünglichen Pläne noch verwirklichen kann, erwartet Springe ein großer Wurf. So sollen offenbar auch Nachbargrundstücke einbezogen werden. Othmers Engagement könnte für eine nachhaltige Belebung der Springer Innenstadt sorgen, wovon maßgeblich der übrige Einzelhandel profitieren würde. Viele Kaufleute klagen seit der Ansiedlung des großen Einzelhandels- und Fachmarktzentrums an der Osttangente über Umsatzverluste.mf



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