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Hutewald-Projekt: Landesforsten ziehen Bilanz

ELDAGSEN. Für gewöhnlich fühlt sich der „Südliche Blaupfeil“ auf Korsika und Sardinen wohl. Nach Niedersachsen verschlägt es die Segellibelle eher nicht. Trotzdem: Im Gelbbachtal zwischen Eldagsen und Coppenbrügge ist sie wissenschaftlich nachgewiesen worden - im Hutewald-Projekt.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Das ist einer der vielen Erfolge, die Naturförster Heiko Brede dreieinhalb Jahre nach dem Projektstart für den Hutewald aufzählen kann.

„Hier lebt es durch und durch“, sagt er über den 20 Hektar großen, eingezäunten Bereich im Osterwald. Als die Landesforsten vor vier Jahren ihre Pläne verkündeten, gab es durchaus Skeptiker. Eine frei lebende Rinderherde im Wald? Muss man die Zeit denn wirklich zurückdrehen und einen der Hutewälder schaffen, die hier in der Gegend bis vor 250 Jahren klassisch waren?

Mittlerweile steht fest: Die Natur erobert sich ihren Bereich schneller zurück als gedacht. Die meisten Skeptiker sind verstummt. Vor allem die Amphibienpopulation habe sich erstaunlich schnell entwickelt, sagt Brede. Der Kammmolch und die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke haben das Waldstück längst für sich entdeckt. Dazu kommen Farbenmolch, Teichmolch, Grasfrosch und Erdkröte – was wiederum einem Schwarzstorch gefällt, der zu den Dauergästen im Gelbbachtal gehört.

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Auch ein Rotmilan und eine Wildkatze sind heimisch geworden. Der Bestand an Fledermäusen sei innerhalb der dreieinhalb Jahre von einer auf acht Arten gewachsen: „Allein das ist schon etwas ganz Besonderes.“ Für die zahlreich vorkommenden Insekten fehlt bisher eine Auswertung. Die Entdeckung des Südlichen Bleipfeils war eher ein Zufallsfund – weitere Überraschungen dürften auftauchen, wenn die nächsten wissenschaftlichen Forschergruppen in den Osterwald kommen.

Die Wintermonate verbringen sieben Highland-Rinder in der freien Natur. Im späten Frühjahr wird Bio-Bauer Friedrich Bartels aus Springe auch Kühe und Kälber wieder zurückbringen. Vermutlich werden dann erstmals Soraya-Pferde aus dem Wisentgehege die Herde verstärken. Dazu könnten noch Ziege kommen, „um den Fressdruck zu erhöhen“, so Brede. In einem klassischen Hutewald dürfen nur Eichen wachsen, alle anderen Strauch- und Baumarten müssen die tierischen Gärtner kleinknabbern.

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