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Hundefreunde suchen weiter nach einem geschützten Areal

SPRINGE. Seit zwei Jahren bemüht sich der Verein „Leinenlos am Deister“ um ein großes Freilaufgelände für Hunde. Ein Ansinnen, von dem nach Ansicht des Vereins, Menschen und Tiere klar profitieren würden, sagt Hundebesitzerin und Vereinsmitglied Iris Wiegmann.

Frei laufen und die Artgenossen beschnuppern – in Wildemann im Harz gibt es bereits ein umzäuntes Freilaufgelände.
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. „Mein Hund ist immer abrufbar, ... außer er trifft auf ein Reh“, sagt Hundebesitzerin Iris Wiegmann. Was sie und ihre Vereinskollegen meint, ist die realistische Einschätzung der eigenen Haustiere und der Anspruch, ihnen dennoch ein möglichst artgerechtes Leben zu bieten. Noch dazu in einer Art und Weise, die weder Wildschützer verärgert, noch Spaziergänger verängstigt. Darum bemüht sich der Verein „Leinenlos am Dei-
ster“ seit zwei Jahren um ein großes Freilaufgelände für Hunde. Ein Ansinnen, von dem nach Ansicht des Vereins, Menschen und Tiere klar profitieren würden.

Für den kostspieligen Zaun rund um eine 5000 bis 10 000 Quadratmeter große Fläche würde der Verein unter Umständen sogar selbst aufkommen. Doch die Suche nach einem geeigneten Grundstück außerhalb oder in Randlage einer der Springer Ortschaften gestaltet sich schwierig. „Einige Mitglieder sind uns schon abgesprungen, weil es so lange dauert“, sagt Wiegmann.

Leinenlose Freiheit für die Hunde ruft – wenn man es denn so korrekt handhaben will, wie die Springer Hundefreunde – den deutschen Amtsschimmel auf den Plan. Auf freier Fläche gelten längst nicht alle Freiheiten, sondern etliche Bestimmungen abhängig vom jeweiligen Flächennutzungsplan. Einfach einen Acker pachten und umzäunen? „Das geht schon deshalb nicht so einfach, weil Hunde keine anerkannten Nutztiere wie zum Beispiel Pferde sind“, hat das Ehepaar Wiegmann herausgefunden.

Eine Flächennutzungsänderung in die Wege zu leiten könnte wiederum Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro auslösen. „Ganz schön teuer für einen Verein mit zur Zeit einem Dutzend Mitglieder“, kommentiert Iris Wiegmann. Dennoch ist „Leinenlos am Deister“ noch mindestens ein Jahr davon entfernt, aufzugeben.

„Bürgermeister Christian Springfeld findet unsere Idee gut, hatte aber auch keine Lösung für uns parat. Jetzt haben wir uns darauf verständigt, erst mal die besten Beispiele dafür herauszusuchen, wie andere Kommunen so etwas umgesetzt haben“, informiert der Verein. Wiegmanns Lieblingsbeispiel: Die Schleswig-holsteinische Kommune Niebüll, die sowohl ein Grundstück zur Verfügung stellte, als auch die Änderung der Flächennutzung auf sich nahm.

Darüber hinaus haben die Vereins-Mitglieder noch elf weitere Mitstreiter in anderen Kommunen angeschrieben. „Uns tröstet, dass es scheinbar überall einen langen Atem brauchte“, sagen die Wiegmanns. Unterdessen werben sie weiter für ihre Sache und erklären den Unterschied zwischen angeleinten und freilaufenden Hunden. „Mit Leine fühlt sich ein Hund ganz anders mit seinem Herrchen verbunden: Entweder, der ist dann gefühlt zwei Nummern größer und verhält sich auch so, oder er meint, den mit ihm verbundenen Menschen besonders verteidigen zu müssen.“ Ein weiterer Punkt: „Leinen verändern die Körpersprache eines Hundes.“ Wiegmann selbst erinnert sich an einen Vorfall, als ein fremder Hund sich mit ihrem Hund plötzlich verwickelt fand. Weil der kleinere Kläffer zu verheddert war, um sich zurückziehen zu können, nachdem der größere ihn in die Schranken gewiesen hatte, kassierte er einen Biss.

„Das will ich kein zweites Mal erleben“, ist Wiegmann sicher. Lieber lassen sie und ihre Mitstreiter sich einiges einfallen, um auch die Kasse des Vereins aufzubessern. Jüngstes Erfolgsbeispiel: ein Flohmarkt für Tierzubehör in Mittelrode. Komplett mit schmackhaft-schmucken Cupcakes für Hunde.

Die Hundebesitzer von „Leinenlos“ hoffen weiter auf Informationen zu möglicherweise verfügbaren Arealen in Springe und der Umgebung.



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