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Jagdpächter mahnen zur Vorsicht

Hund reißt Rehkitz: Polizei ermittelt

Springe (zett). Mittags, kurz hinter dem Waldfriedhof. Die sonntägliche Ruhe wird abrupt gestört. Ein schwarzer Riesenschnauzer hetzt ein zwölf Wochen altes Rehkitz, fällt über das junge Tier her – und reißt es schließlich. Spaziergängern gelingt es noch, Hund und Kitz zu trennen – doch nach längerem Todeskampf erliegt das Reh seinen Verletzungen. Gegen den Halter des Schnauzers ermittelt jetzt die Polizei – und Pächter und Jäger im Revier Springe-Ost mahnen Spaziergänger zu Rücksichtnahme.

Dieses Rehkitz wurde am Sonntag in der Nähe des Waldfriedhofs von einem Hund gerissen. Foto: pr.

„Die Dunkelziffer für solche Zwischenfälle ist recht hoch“, weiß Pächter Stefan Dreßler. Noch in der ersten Juli-Woche sei im Getreidefeld vor dem Regenrückhaltebecken ein totes Reh entdeckt worden. „Das Muttertier hatte am Körper eindeutige Bisswunden eines großen Hundes“, erklärt Hans-Ulrich Horst, der im Revier Springe-Ost jagdberechtigt ist. Wenige Tage später habe man tagsüber in der Nähe ein verwaistes Kitz gesichtet. „Dass dieses Tier ohne Mutterhilfe durchkommt, wage ich zu bezweifeln“, sagt Horst.

Im aktuellen Fall vom Sonntag hatten Spaziergänger, die Zeugen des Zwischenfalls wurden, die Polizei alarmiert, die wiederum Dreßler und Horst einschaltete. Ein Polizeisprecher erklärte gestern, man ermittle gegen den Hundehalter wegen einer Ordnungswidrigkeit. Er habe den Hund zwar nicht anleinen müssen – ihn aber auch nicht außerhalb seines „Einwirkungsbereiches“ laufen lassen dürfen. Deswegen drohe jetzt ein Bußgeld.

Horst fand das Rehkitz schließlich mithilfe seines eigenen Hundes inmitten von Fichtenbäumen. Das fünf bis sechs Kilo schwere Tier hatte Bisswunden am Rücken und am Hals. Mehrere Stellen, an denen das Gras heruntergetreten war und umherliegenden Rehhaare sind für Horst untrügliche Zeichen dafür, „dass das Tier keinen schnellen Tod gefunden hatte“.

Ihm ist wichtig, dass Hundehalter ihre Tiere auch nach der Setz- und Brutzeit an der Leine führen. Nur wer garantieren könne, dass er seinen Hund von einem flüchtenden Wildtier zurückrufen könne, sei davon ausgenommen – für Horst ohne jagdliche Hundeausbildung ein Ding der Unmöglichkeit. „Es gibt in Springe viele Gelegenheiten, auch große Hunde ohne Leine laufen zu lassen“, so Horst weiter. Er verweist etwa auf den Hundesportverein oder eine private Einrichtung in der Nähe des Wertstoffhofes.



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