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Hospizverein bietet einen „Letzte-Hilfe-Kurs“ in Springe an

SPRINGE. Stabile Seitenlage und Reanimation – Inhalte des Erste-Hilfe-Kurses, den jeder mindestens einmal besucht hat. Aber letzte Hilfe? Einen Sterbenden am Lebensende begleiten? Ein Thema, mit dem man sich eher nicht beschäftigen will. Genau das will das Team vom Springer Hospizverein nun ändern.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Der Verein möchte Angehörige dabei unterstützen, einen sterbenden Menschen zu begleiten.

Das kleine Einmaleins der Sterbebegleitung sollen die Teilnehmer in dem Kurs „Letzte Hilfe“ lernen. Statt im Krankenhaus, wollen viele Menschen in Würde zu Hause sterben – doch dieser Wunsch wird selten Wirklichkeit. Die meisten verbringen die letzten Stunden ihres Lebens alleine in einem Pflegeheim. In dem Kurs sollen die Teilnehmer daher lernen, was sie für ihre Mitmenschen tun können, um ihren Wunsch, zu Hause zu sterben, erfüllen zu können und wie sie den Sterbenden in seinen letzten Stunden unterstützen können. „Das Seminar liefert Handwerkszeug, um mit dem Thema im Familien- und Freundeskreis umgehen zu können“, sagt Koordinatorin Susanne Rokahr. Gemeinsam mit Katrin Moormeister hat sie in Frankfurt eine Kursleiterschulung besucht, um das Projekt nach Springe zu holen. Sterbebegleitung sei keine Wissenschaft, betonen die beiden, sondern „praktizierte Mitmenschlichkeit“ in der Familie oder der Nachbarschaft. Es sei Zuwendung, die man am Ende des Lebens am meisten braucht. „Im Alltag haben wir nicht viel Kontakt zu Themen wie Tod und Sterben. Ziel ist es daher, die Unsicherheiten abzubauen“, so Rokahr. Viele Angehörige würden sich scheuen, sich einem Sterbenden zu nähern – der Begleiter kämpfe oft selbst mit Ängsten. In dem Kurs sollen die Teilnehmer ermutigt werden, sich Sterbenden zuzuwenden. „Das Angebot ist sehr niedrigschwellig und richtet sich an alle Interessierten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen“, betont Moormeister. Die Normalität des Sterbens als Teil des Lebens soll dabei im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam wollen die Angehörigen überlegen, wie sie Abschied nehmen können, sprechen aber auch über Möglichkeiten und Grenzen.

Auch Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen sollen thematisiert werden. Das Projekt hat 2015 den „Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung“ erhalten. Im Rahmen des Wettbewerbs „Startsocial“ wurden die Initiatoren von Bundeskanzlerin Angela Merkel geehrt.

Der Kurs findet am Freitag, 23. November, zum ersten Mal in Springe statt. Treffpunkt ist der Seminarraum des Hospizvereins, An der Bleiche 14A. Los geht’s um 16.30 Uhr; der Kurs endet gegen 20 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen nimmt das Team unter 05041/649595 oder per E-Mail an info@hospizspringe.de entgegen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.



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