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Holzmühle: Regen sorgt für Probleme

SPRINGE. Der Sanierungsplan für das Gelände des ehemaligen Schießplatzes an der Holzmühle steht längst – eigentlich sollte am Mittwoch die heiße Phase der Sanierung starten.

Vorm Bagger: Landesforsten-Sanierungsexperte Michael Lücke (von links), Ralf Kremeike, bei den Landesforsten für die Liegenschaften zuständig, Gerrit Hahn von der Region Hannover, Philipp Soltau vom Planungsbüro und Jörg Dölemeyer, Projektleiter der
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Doch der Dauerregen der vergangenen Tage hat die Pläne der Experten durcheinandergewirbelt. Deshalb schwenken sie jetzt auf einen Plan B um.

„Vrrrrrrr“ – nur das sonore Summen des Stromaggregats ist zu hören auf dem Platz vor dem ehemaligen Jagdparcours. Sonst nichts, die Vögel haben keine Lust aufs Singen bei diesem Wetter. Vier Container haben die Experten der Firma Eggers Umwelttechnik aufgebaut, das gesamte, 18 578 Quadratmeter große Sanierungsgebiet ist eingezäunt. Die Vorschriften sind streng. Anfang dieser Woche wurde hier alles startklar gemacht für die große Bodensanierungsbaustelle.

„Wir haben einen Schwarz-Weiß-Container, in dem sich die Mitarbeiter mit Atemschutz und Schutzkleidung ausstatten“, sagt Gutachter Philipp Soltau vom Ingenieurbüro Dr. Pelzer und Partner in Hildesheim. Immerhin können einige der Schadstoffe im Boden, etwa das Antimon, auch die Lunge belasten. Gerade ist die Gefahr aber nicht so akut: Nach tagelangem Regen tendiert die Neigung zur Staubentwicklung ziemlich genau gegen Null. Genau das bringt auch den Sanierungsplan ins Wanken – hätten die Sanierer nicht einen Plan B in der Tasche. Soltau: „Wir gehen davon aus, dass wir den Zeitplan einhalten können“ – vorgesehen war, dass die Sanierung bis Ende Oktober abgeschlossen sein wird.

Das Problem mit der Nässe im Boden: Eigentlich sollten Teile des Bodens gesiebt werden, um so die Schadstoffe herauszuschieben. Durch den jahrzehntelangen Schießbe-trieb mit bleihaltiger Munition hat sich Blei, Antimon und Arsen im Untergrund angerei-chert. Durch das Sieben hätten zumindest Teile des Bodens von den Schadstoffen befreit werden können, infolgedessen hätten nur Teile des Bodens in die Deponie transportiert werden müssen. Der nasse Boden lässt sich aber nicht, oder nur mit Schwierigkeiten sieben. Deshalb muss unter Umständen deutlich mehr Boden entsorgt werden: Eigentlich sollten nur die kleinen Bodenpartikel abgefahren werden. Und die großen von Schadstoffen befreit in der Fläche bleiben. Derzeit wird noch geprüft, ob daraus überhaupt etwas wird – oder ob das Sieben abgeblasen wird.

„Wir rechnen zu den Stoßzeiten mit 20 Lastwagen pro Tag“, berichtet Soltau. Der Fahrbetrieb auf der öffentlichen Straße durch den Saupark soll davon aber nicht beeinträchtigt werden, sagt Michael Lücke, bei den Landesforsten für Sanierungsprojekte zuständig. Jochim Hansmann, Pressesprecher des Forstamtes Saupark, ergänzt, dass es auf der Landesstraße 422 zu Behinderungen kommen soll: „Zu Spitzenzeiten wird an der Kreuzung die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert.“

Spaziergänger oder Autofahrer, die an der Baustelle vorbeikommen, müssen sich keine Sorgen machen, dass sie irgendwelchen Schadstoffen ausgesetzt werden könnten: Für die Reifen der Lastwagen steht eine Waschanlage bereit, die Stiefel der bis zu fünf Arbeiter werden im Schwarz-Weiß-Raum gereinigt. Und sogar der Staub, der eventuell belastete Stoffe umherwehen könnte, würde befeuchtet, sodasss er am Boden bleibt. Aktuell ist das aber kein Thema. Staub gibt es nicht, dafür umso mehr Schlamm.

Der Bodenaushub wird in eine spezielle Deponie für Schadstoffe nach Gütersloh gebracht. Heute rollen die ersten Lastwagen an.

Der Plan: Der ehemalige Jagdparcours, den die Landesjägerschaft an der Holzmühle betrieben hatte, wird ein
18 578 Quadratmeter großes Naturparadies. Zuletzt hatten die Landesforsten, den das Grundstück auf dem Sauparkgelände gehört, alle restlichen Anlagen und Gebäude auf dem Gelände abreißen lassen. Seit dem Jahr 2014 fiel auf dem Jagdparcours Holzmühle kein Schuss mehr. Die Landesforsten hatten den Pachtvertrag mit der Landesjägerschaft gekündigt. Über eine Ersatztrainingsfläche verfügen die Jäger bislang nicht.

Viele klagen nun, dass sie weite Anfahrten zu Übungsstätten in Hildesheim in Kauf nehmen müssten, wobei die Trainingszeit immer wichtiger würde – aufgrund strenger werdender Auflagen für die Jagd.



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