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Debatte um neue Sporthalle: Bauunternehmer bietet Partnerschaft an / Politiker haben noch viele Fragen

HF-Sponsor signalisiert Gesprächsbereitschaft

Springe (mf). Nach dem Brand der Bisonhalle geht das Ringen um den Wiederaufbau der Sportstätte weiter. Dabei rückt ein Modell immer stärker in den Fokus: die Finanzierung eines Neubaus auf Basis einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP). Nach Informationen der NDZ werden bereits erste Sondierungsgespräche geführt.

Wie geht es weiter, nachdem die Bisonhalle abgebrannt ist?

Eine Schlüsselposition könnte dabei der Hasperder Bauunternehmer Peter Othmer einnehmen, der seit Jahren als Hauptsponsor der erfolgreichen Handballfreunde (HF) Springe auftritt. Othmer macht kein Geheimnis daraus, dass er an eine „einmalige Chance“ glaubt. Er selbst sei grundsätzlich bereit, sich als ÖPP-Geldgeber zu engagieren. Wenn es gelinge, weitere Partner zu finden, könne sich Springe womöglich den Traum von einer modernen Mehrzweckhalle erfüllen, die gleichzeitig den Anforderungen der HF genügen würde, falls der Verein der Sprung in die 2. Bundesliga schaffen sollte. Othmer bestätigte gestern auf Anfrage, dass es entsprechende Überlegungen gibt. Er warnt aber zugleich vor zu großer Euphorie: „In Betracht kommt ein solches Modell nur, wenn der Stadtrat dies ausdrücklich will.“ Er werde deshalb nicht vorpreschen, sondern abwarten, was sich im Rathaus tut.

Dass es dort kurzfristig zu einer Entscheidung kommen wird, sei sehr unwahrscheinlich, glaubt Othmer. Er erwarte vielmehr, dass die Politik die Angelegenheit dem neuen Rat überlassen wird. Schließlich gehe es um einen Beschluss, der die Stadt auf viele Jahre finanziell bindet. Othmer, dessen Firma beispielsweise Supermärkte für die Rewe-Gruppe erstellt, ist gleichwohl fest davon überzeugt, dass sich ein Hallenneubau mit privatem Kapital deutlich preiswerter finanzieren lässt als mit öffentlichen Mitteln (Infokasten).

Und die fehlen der Stadt ohnehin. Wie berichtet, ist die Bisonhalle mit gut 1,9 Millionen Euro versichert. „Zu wenig, um damit eine neue Mehrzweckhalle nach modernen, energetischen Standards zu bauen“, ist sich Fachbereichsleiter Hermann Aden sicher.

Während der SC Bison Calenberg als ehemaliger Hauptnutzer der abgebrannten Halle weiterhin auf einen Neubau am alten Standort drängt, würden die Handballfreunde eine Mehrzweckhalle lieber am Sportzentrum Harmsmühlenstraße sehen. Ob die Stadt aber überhaupt grünes Licht für einen Neubau gibt, ist noch immer fraglich. Die CDU will Fakten. Die Stadtverwaltung müsse einen Belegungsplan vorlegen, aus dem hervorgeht, wer wann welche Sportstätte in der Stadt nutzt, so Fraktionschef Jürgen Kohlenberg. Derzeit gebe es noch zu viele Unbekannte.

Auch die SPD mag sich bislang nicht festlegen. Für Bernd-Georg Höfer ist das Hallenthema schlichtweg „noch nicht entscheidungsreif“. So misslich die Situation für den SC Bison auch sei, „kurzfristig wird sich ein Neubau ohnehin nicht realisieren lassen“, meint Höfer.

Zu den wenigen Politikern, die sich schon eine Meinung gebildet haben, gehört Carsten Marock (SPD). „Ich bin ganz klar für einen Neubau“, bekennt er. Springe habe in der Bisonhalle Rollhockey-Meisterschaften von Weltrang und regelmäßig die größte Terrarienbörse Norddeutschlands veranstaltet. „Darauf dürfen wir auch in Zukunft nicht verzichten.“

Als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) wird die Mobilisierung privaten Kapitals zur Erfüllung staatlicher Aufgaben bezeichnet. Es gibt verschiedene Vertragsmodelle. In der Regel bezahlt ein Privatunternehmen Planung, Bau und Betrieb einer Immobilie, die dann von der öffentlichen Hand genutzt wird. Diese zahlt dafür ein Mietentgelt, das sie sich teilweise über Gebühren von den tatsächlichen Nutzern wiederholt. Nach Ende der oft 20- bis 30-jährigen Laufzeit kann die Immobilie in öffentlichen Besitz übergehen.



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