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60 Mitglieder der Temps-Sippe kommen zu einem großen Familientreffen in die Deisterstadt gereist

Henemanns Nachfahren wollen zusammenhalten

Springe (si). Das Hoch Steffi sorgte für Bilderbuchwetter mit sommerlichen Temperaturen und gab dem 570. Jahrestag der Familie Temps, die ihren Ursprung weit zurückverfolgen kann, ein reizvolles Ambiente. Mehr als 60 Angehörige der Familie, die den Schwerpunkt ihres Wirkens in Springe hatten, reisten aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands und sogar aus dem fernen Amerika an.

Die Teilnehmer des Familientreffens der Sippe Temps vor dem Luth

Sie alle trafen sich schließlich im Lutherheim an der Jägerallee, frischten dort alte Freundschaften auf und stöberten beim Rundgang durch die Springer Altstadt nach den Wurzeln ihrer Familie. In Gruppen besuchten sie das Gestüt Webelsgrund, weilten auf der Marienburg und ließen anderntags mit der jüngsten Sippschaft die von Helmuth (Gehrden), Henning (Hameln) und Wilhelm (Springe) Temps aufgezogene harmonische Zusammenkunft ausklingen.

Familienchronik auf 150 Seiten

Der Name Temps tauchte vor genau 570 Jahren in einer Urkunde erstmals auf. Am 9. April 1439 erhielt der Springer Bürger Henemann Temps von dem Adligen Harthungh von dem Werder ein Lehen im wüst gewordenen Dorfe Oese bei Elze.

Von jenem Hofe im Leinetal aus bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte sechs weitere Linien der Temps. Eine von ihnen saß auf einem landwirtschaftlichen Anwesen, das sich seinerzeit auf dem Grundstück des heutigen Springer Amtsgerichts am Markt etabliert hatte. So ist es in der 1939 von dem verstorbenen Springer Landwirt Wilhelm Temps senior auf 150 Seiten lückenlos verfassten Familienchronik des weitverzweigten bürgerlichen Geschlechts nachzulesen.

Noch immer künden an alten Springer Fachwerkhäusern Inschriften von den Altvorderen der Sippe Temps. Besonders erkennbar ist dies auf einem Epitaph an der Südseite der St.-Andreas-Kirche, das an den zweiten evangelischen Pastor in Springe, Reiner Temps, erinnert. Er war der Neffe von Henricus Temps, der 1534 in Springe die Reformation einleitete.

Wenn es die Temps noch immer in Springe und Umgebung gibt, ist es Johann Heinrich Temps zu verdanken: Als einziger aus der großen Familie überlebte er den Dreißigjährigen Krieg und die Brandschatzungen. Sein Sohn Jacob ist quasi der Stammvater jener gut 60 Temps, die sich zum 570. Familiengeburtstag am an Deisterrand zusammensetzten.

Ein weiterer Temps mit Namen Reiner wirkte als Geistlicher zwischen 1543 und 1579 in Springe und Altenhagen I. In lateinischen Aufzeichnungen wird er als „monachus fugitivus“ erwähnt, was zu deutsch „entflohener Mönch“ heißt. Bevor Reiner in Springe Pastor wurde, zählte er zu jenen, die mit dem Calenberger Reformator A. Corvinius im Kloster Riddighausen bei Braunschweig lebten. Dem Kloster kehrte er aber den Rücken und trat in den geistlichen Stand der Anhänger von Martin Luther ein. Doch es sind nicht nur geistliche Würdenträger gewesen, die das Leben im damaligen Hallerspring bestimmten. Sie traten ebenfalls als Honoratioren im Rathaus in Erscheinung. Einige wirkten in dem kleinen Ackerbürgerstädtchen an der Haller als Bürgermeister.

Die Temps unserer Tage tauschten aus, wie es ihnen heute geht, was sie beruflich tun und versprachen sich, die Familientradition an die Kinder weiterzugeben, stolz darauf zu bleiben und den Zusammenhalt im Sinne ihres Ahnen Henemann nicht aus den Augen zu verlieren.



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