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Experten-Bereisung: Stadt plant an mehreren Stellen Verkehrsänderungen

Heidstraße wird Einbahnstraße

Springe. Wo kann es brenzlig werden? Wo lässt sich der Schilderwald lichten? Wo müssen neue Regeln her? Eine Kommission aus Verkehrsexperten von Polizei, Baubehörde und Ordnungsamt hat sich an neuralgischen Punkten im Stadtgebiet umgesehen – und eine Maßnahmenliste erstellt. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

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Autor:

Marita Scheffler und Marc Fügmann

Auswärtige Besucher beklagen oft die unübersichtliche Einbahnstraßen-Regelung in der Springer Innenstadt. Bald wird es noch komplizierter: Die Verkehrsexperten haben beschlossen, die Heidstraße zwischen Oberntor und katholischer Kirche in eine Richtung zu sperren. „Wir wollen damit eine Verkehrsberuhigung erreichen“, begründet Ordnungsamtsleiter Werner Mosch.

Müsste die Innenstadt nicht eher belebt als beruhigt werden? Zumindest für den Autoverkehr gelte das nicht, gibt Mosch die Meinung der Expertenrunde wieder. Diese hatte die Heidstraße besucht, nachdem sich Anwohner über Raser beschwerten. Die Bürger fordern Schwellen, diese sind jedoch umstritten. Um die Situation trotzdem zu entschärfen, soll die Straße künftig nur noch vom Oberntor in Richtung Kirche befahrbar sein. Die Schilder werden laut Mosch in den nächsten Tagen aufgestellt.

Für die Straße „Am grünen Brink“ gilt bereits eine Änderung: Radfahrer dürfen jetzt auch entgegengesetzt der Einbahnstraßen-Regelung unterwegs sein. Der Ortsrat hat jahrelang auf die Öffnung gedrängt. Wenn sich die Variante einspielt, ist sie auch für die Schopenhauerstraße (Volkspark) denkbar.

Kein Gefährdungspotenzial hat die Expertenrunde am Dammtor festgestellt. Zwar glaubt der Ortsrat, dass zahlreiche Springer die Spielstraße als Abkürzung zur B 217 missbrauchen, „die Frequentierung liegt aber absolut im unteren Bereich“, sagt Mosch.

Durchsetzen können sich dagegen wohl die Eltern, die gegen den heutigen Standort der Bushaltestelle in Dahle protestiert haben. Schulkinder müssen morgens die stark befahrene und nicht beleuchtete Hamelner Straße überqueren. Wenn das Verkehrsunternehmen Regiobus zustimmt, soll der Stopp auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite verlegt werden. „Den Busfahrern würden wir damit allerdings mehrere Wendemanöver zumuten“, gibt Mosch zu bedenken.

Eine weitere Änderung: Die Ampel an der Kreuzung Völksener Straße/Hinter der Burg soll bald bis 20 Uhr leuchten. Derzeit zeigt sie ab 18 Uhr nur Gelblicht. Auf die Verbesserung hatten laut Mosch Vereine gedrängt, die am frühen Abend in der benachbarten Turnhalle Kinder und Jugendliche trainieren.

Beschäftigt hat sich die Kommission auch mit der Völksener Verkehrssituation im Bereich Alte Töpferstraße/Gasse zum Kindergarten. Hier ist der Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Gebäuden so gering, dass Lastwagen mit höheren Aufbauten im schlimmsten Fall an einer Hauswand hängen bleiben könnten. So das Ergebnis einer Abstandsmessung. Noch ist unklar, wie das Problem gelöst werden kann. Weitere Gespräche sollen folgen.

Ebenfalls in Völksen haben sich die Experten mit der Situation an der viel befahrenen B 217 beschäftigt. Konkret geht es um die Abfahrt aus Fahrtrichtung Hameln (Im Stiege). „Unstrittig ist, dass die Verkehrssituation hier sehr unübersichtlich ist“, sagt Amtsleiter Mosch. Allerdings gibt es nach Angaben der Polizei keine Unfallhäufung an dieser Stelle. Ein Bürger hatte das Aufstellen eines Verkehrsspiegels angeregt, nach Ansicht der Kommission keine gute Idee. „Ein solcher Spiegel könnte eher dazu führen, dass das Stoppschild missachtet wird“, so Mosch. Außerdem könne ein Spiegel über die tatsächliche Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge hinwegtäuschen. Nicht zuletzt drohe er, im Winter zuzufrieren. Für die Verkehrssicherheit sei es unterm Strich besser, wenn Autofahrer sich weiter bis zur Haltelinie vortasten müssen.

An einem Teilstück der Messestraße/Mittelstraße (Bennigsen) wird ein Halteverbot verhängt. Parkende Autos versperren dort bislang die Sicht auf eine Grundstückseinfahrt. Durch das Verbot könne die Situation entschärft werden, heißt es.



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