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SPD-Fraktion und Teile der CDU wollen morgen im Rat für den Erhalt der Einrichtung stimmen

Hat die Kita Holtensen doch noch eine Zukunft?

Holtensen (zett/mari). Der Kampf für den Holtenser Kindergarten könnte sich auszahlen: Die SPD-Fraktion sowie mehrere Christdemokraten wollen sich morgen bei der entscheidenden Stadtratssitzung für den vorläufigen Erhalt der Einrichtung aussprechen. Die Grünen halten dagegen an den Schließungsplänen fest.

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Es dürfte spannend werden; im Rat deutet sich eine äußert knappe Entscheidung an. Vermutlich wird es darauf ankommen, wie viele Politiker sich bei dem Tagesordnungspunkt enthalten. Ein Hinweis, der die Brisanz des Themas beschreibt: Sowohl die SPD als auch die CDU haben für die Abstimmung den Fraktionszwang aufgehoben.

CDU-Chef Wilfred Nikolay gibt zu, dass er selbst zwischen einem „Ja“ zur Einrichtung und einer Enthaltung schwankt. Natürlich sei die Haushaltskonsolidierung wichtig, aber: „Wir reden hier nicht über Unsummen.“ Es gehe vielmehr um die Zukunft des Ortes Holtensen, denn der Kindergarten befindet sich in einem Komplex mit dem Dorfgemeinschaftsraum und der Turnhalle. Nikolay: „Wenn das weg ist, was bleibt dem Ort dann noch?“

Hinter der Kita stecke ein Konzept, „das es gilt, weiter zu betreiben“, sagt auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Katrin Kreipe. Zahlreiche Mitglieder der 13-köpfigen Fraktion hätten sich am Wochenende vor Ort über die Kita informiert: „Die Einrichtung wird angenommen“, bilanziert Kreipe.

Die sieben Ratsmitglieder der Grünen bleiben dagegen bei ihrer Ablehnung, betont Fraktionsvize Uwe Mügge. Es sei aus pädagogischer und finanzieller Sicht sinnvoll, die Kinder aus Holtensen und Umgebung in die neue Einrichtung in Eldagsen zu schicken, meint auch Fraktionschefin Elke Thielmann-Dittert.

Für sie steckt noch eine andere Dimension hinter dem Thema: „Wenn wir alle Sparvorschläge kippen, sobald es drauf ankommt, dann können wir uns die Treffen zur Haushaltskonsolidierung auch sparen“ – eine klare Spitze in Richtung SPD.

Sollte die jetzige Schließung verhindert werden, ist sie für Christdemokrat Nikolay damit nicht grundsätzlich vom Tisch: „Ich plädiere aber dafür, Zeit zu gewinnen, damit wir stichhaltige Konzepte erarbeiten können.“ Schließlich sei bislang noch gar nicht sicher, ob Räume im neuen Eldagser Kindergarten für die Inklusion oder die Ganztagsbetreuung an der benachbarten Grundschule gebraucht würden.

Der Rat ist das vierte politische Gremium, das sich mit der Kita-Zukunft beschäftigt. Ende März hatte der Ortsrat die Schließung abgelehnt. Am 23. Mai stimmte der Jugendhilfeausschuss nach längeren Diskussionen mehrheitlich für das Aus zum 1. August. Ein Votum, dem sich der Verwaltungsausschuss anschloss.

Der Ortsrat und die Verwaltung haben eine Alternative vorgeschlagen: Die Einrichtung solle zunächst für ein Jahr eine altersübergreifende Gruppe einrichten. Die Nachfrage sei vorhanden.



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