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Harscher Tonfall bei Diskussion um Springes Fernwärmenetz

SPRINGE.Acht Monate nach dem Start des Fernwärmenetz-Ausbaus haben einige Ratspolitiker genug von der Buddelei. 2019 muss – unter anderem – die Harmsmühlenstraße aufgerissen werden. Ein Grund, weshalb Ulrich Kalinowski der Verwaltung „ständiges Bauen in Luxus-Variante“ vorwirft.

Soll im kommenden Jahr saniert werden: In der Harmsmühlenstraße müssen zwischen der Kreuzung der Schulstraße und der Hallerbrücke neue Kanäle und die Fernwärmeleitung verlegt werden. Investitionsvolumen: Mehr als 2 Millionen Euro. Foto: MISCHER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Gut 2 Millionen der Umbau in der Harmsmühlenstraße kosten und auch hohe Straßenausbau-Beiträge verursachen. Die Harmsmühlenstraße sei in einem guten Zustand, meinte Kalinowski im Bau-Ausschuss am Dienstagabend: „Ohne die wiederkehrenden Beiträge wäre da in den nächsten 15 Jahren nichts gemacht worden!“ Viele Autofahrer seien auf der Strecke nur mit 30 unterwegs – da seien ein paar Schlaglöcher akzeptabel.

Den Luxus-Vorwurf wies Tiefbauamts-Leiter Gerd Gennat zurück. „Ich verwehre mich dagegen, dass ich hier diffamiert werde.“ Die Fernwärme-Pläne hätten schon lange vorgelegen, als die Diskussion um die Straßenausbau-Beiträge begann. Gennat: „Wir arbeiten nicht nach dem Motto ,Wünsch Dir was!‘“

Trotzdem: Mehrere Sitzungsbesucher applaudierten, als Kalinowski einen Zusammenhang zwischen wiederkehrenden Beiträgen und dem plötzlichen Baum-Boom sah. Auch die Grünenpolitikern Elke Thielmann-Dittert musste sich von ihm gefallen lassen, als „naiv“ bezeichnet zu werden. „Man merkt, dass Sie sich hier nicht auskennen“, harschte Kalinowski die Bennigserin an, als es um die Frage ging, wie breit die neuen Gehwege in der Harmsmühlenstraße sein sollen.

Thielmann-Dittert vertritt die Verwaltungsmeinung, dass die Bürgersteige größtmöglich bemessen sein sollen. Denn: Damit Radfahrer die Fußwege mitbenutzen dürfen, müssen die mindestens 2,50 Meter breit sein. Ab der nächsten Radweg-Novelle werden es vermutlich sogar 3 Meter sein, schätzt Gennat. Thielmann-Dittert will die Strecke auch für Nicht-Autofahrer attraktiv halten, „schließlich wollen wir an der Harmsmühlenstraße eine große Kita bauen“. An der Straße liegen Sportplätze, das Hallenbad und der Verbindungsweg zum Otto-Hahn-Gymnasium.

Nicht gut an kam bei den Ausschuss-Mitgliedern der SPD, dass von dem ebenfalls zur Sitzung eingeladenen Ortsrat Springe nur fünf Vertreter erschienen waren. Das Gremium war damit nicht beschlussfähig. Ortsratsmitglied Tim Schmelzer sah auch hier den Fehler bei der Verwaltung. Die hätte die Pläne erst dem Lokalgremium und dann dem Fach-Ausschuss vorstellen müssen. „Das ist schon das vierte, fünfte Mal, dass wir übergangen werden“, so der Christdemokrat. „Wenn wir nicht beachtet werden, kann man uns auch abschaffen.“

Wieder rieb sich Tiefbau-Chef Gennat verwundert die Augen. Er habe vorab Kontakt mit Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich (CDU) aufgenommen und die gemeinsame Sitzung vorgeschlagen. Die Einladungen seien zeitgleich und fristgerecht verschickt worden – mehr könne er nicht tun. Seine Bitte für künftige Zusammentreffen: „Prügeln sie doch nicht immer nur auf uns ein!“



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