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Die heimischen Jäger verabschieden sich von ihrem Parcours

Halali im Saupark

Eldagsen. Ein milder Sonnabendmorgen an der Landesstraße zwischen Eldagsen und Coppenbrügge. Da liegt er, der Jagdparcours im Saupark. Halali für die Jäger: Viele sind noch einmal gekommen, um das Gelände vor seiner Schließung (wir berichteten) ein letztes Mal zu nutzen.

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VON HEINZ BÄHRE UND HORST VOIGTMANN

Die Hegeringe I und II der Jägerschaft Springe hatten ihre Mitglieder eingeladen. Mehr als 50 Teilnehmer holen nach und nach ihre Jagdwaffen und ziehen mit Munition und Gewehr zu den Ständen. Der kompakte Jagdparcours bietet die Gelegenheit zum praxisgerechten Üben: der fliegende Fasan, der Rollhase, dazu ein Trap- und Skeetstand im ehemaligen Steinbruch. Auch die vier Bahnen des Büchsenstandes sind seit dem frühen Morgen belegt. Daneben können die Jäger auf dem Keilerstand die Jagd trainieren. Andere nutzen den Faustfeuerstand.

Dirk Feustel ist an diesem Morgen überall zu finden. Der Parcours-Chef quittiert Leistungsnachweise, stempelt Schützenbücher. Aber die bevorstehende Schließung treibt ihn um. Er argumentiert betont sachlich. Und ärgert sich doch über die Landesforsten, die den Pachtvertrag nicht verlängern wollen und den Jägern einige Versäumnisse vorwerfen.

Ein Landschaftsschutzgebiet sei das Gelände schon bei der Einrichtung des Jagdparcours vor 50 Jahren gewesen. Alle Umbauten – und sogar die kritisierte Nebennutzung durch Sportschützen habe man stets vorab gemeldet. Feustel erinnert daran, dass die Forstverwaltung hier an der Holzmühle früher regelmäßig selbst das dienstliche Schießen geübt habe. Unter Ministerpräsident Ernst Albrecht seien die zum Teil ungeübten Gäste der Staatsjagden hier vorab zum Übungsschießen gebeten worden. Und: „Wenn das Sondereinsatzkommando wie früher hier üben würde, hätten wir über den Innenminister sicherlich bessere Karten“, sagt Feustel.

Eine Kommission der Landesforstverwaltung habe das Gelände besucht und schätze die Abrisskosten auf mehre hunderttausend Euro. „Wo sollen Jäger den geforderten Schießleistungsnachweis erbringen?“ Übungsplätze seien Mangelware, sagt Feustel.

Reinhard Ebeling ist Vorsitzender der Jägerschaft Springe. Auch bei ihm ist die Stimmung gedrückt. Ebeling lobt die naturbelassenen Schießstände im Steinbruch. Andernorts habe man mit Wällen und Containern erst für künstliche Sicherheit beim Schießen sorgen müssen. Die anderen Jäger diskutieren, sie ärgern sich. „Üben sollen wir wohl auf dem Mond“, sagt einer.

Am Freitagabend waren schon bei der Jahresversammlung der Jäger die Emotionen hochgekocht. „Vielen wird die Tragweite dieser Maßnahme erst bewusst werden, wenn nach der Novellierung des Bundesjagdgesetzes ein Schießleistungsnachweis zur Verlängerung des Jagdscheins gefordert wird“, sagte Feustel dort. „Welche Wege, welchen Zeitaufwand und welche Wartezeiten müssen wir auf uns nehmen, um für diesen Nachweis üben zu können? Wo sollen wir zusätzlich noch unseren Nachwuchs ausbilden?“ Der Kampf soll weitergehen.



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