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Sanierung: Johannesgemeinde holt Schmuck vom Kirchturm – und hofft auf „ungeahnte Schätze“

Hahn und Kugel über den Dächern Völksens

Völksen (zett). Die Sonne scheint, der Blick über Völksen und die Umgebung ist herrlich. Doch die Männer, die hier auf dem Baugerüst um den Turm der Johanneskirche stehen, haben kaum Zeit, das zu genießen. Sie haben eine Mission: Wetterhahn und Turmkugel sind festgerostet und sollen genau wie der Rest des Turmes (NDZ berichtete) saniert werden – dafür müssen sie natürlich erst mal nach unten kommen.

Jürgen Steindorf, zuständiger Ingenieur vom Kirchenkreis, mit de

Von der Aktion erhofft sich Pastor Markus Lesinski aber auch „ungeahnte Schätze“ – denn traditionell werden in den Kugeln bei jeder Sanierung allerlei Erinnerungsstücke aufbewahrt – ähnlich einer Zeitkapsel. Aber jetzt müssen Hahn und Kugel erst mal runter – und das ist nicht so einfach, erklärt der für die Sanierung zuständige Schmied Günter Siebert: „Wir müssen einfach aufpassen, dass nichts passiert, nichts fällt.“

Rätsel: Wer ist der Schmied „G. S.“?

Deshalb lösen er und seine Handwerkerkollegen vorsichtig Schraube um Schraube und heben die Konstruktion schließlich sachte hinunter zum Baustellenaufzug. Siebert steht am Gerüstrand und ruft: „Bitte aufpassen da unten.“ Dort stehen inzwischen zahlreiche Schaulustige mit Fotoapparaten, Videokameras und Kaffeetassen; neben ihnen warten Mitglieder des Kirchenvorstandes und von der Bauleitung des Kirchenkreises Laatzen-Springe gespannt darauf, dass Kugel und Hahn unten ankommen.

Der erste Kennerblick zeigt: Angefertigt wurde der tierische Turmschmuck 1967, neben der eingravierten Jahreszahl stehen die Initialen „G. S.“ Wer das sein könnte, weiß keiner der Anwesenden – auch die alteingesessenen Völksener zucken mit den Schultern. Als Siebert schließlich die Kugel abgeschraubt hat und in der Hand hält, ist die Enttäuschung groß. „Leer“, sagt er und schüttelt ein bisschen. Lesinski entmutigt der Misserfolg nicht – jetzt will die Johannesgemeinde die Kugel einfach selbst füllen: „Wir müssen uns jetzt gemeinsam überlegen, was da rein kommt.“ Die Vorschläge sollen vorher ausgestellt werden, damit möglichst viele Gemeindemitglieder an der Entscheidung beteiligt werden können. Lesinski schweben Fotos vor, eine Tageszeitung oder ein Gemeindebrief. Bevor die Kugel wieder auf die Kirche kommt, will die Gemeinde sie auf eigene Kosten restaurieren; der Hahn soll zusätzlich vergoldet werden. Das benötigte Geld soll auch durch Spenden reinkommen – diejenigen, die die Renovierung unterstützen, sollen zum Dank kleine Schieferplatten vom Kirchenturm erhalten.

Leider leer: Schmied Günter Siebert zeigt die Turmkugel der Joha
  • Leider leer: Schmied Günter Siebert zeigt die Turmkugel der Johanneskirche.
In schwindelnder Höhe: Handwerker lösen die Schrauben, mit denen
  • In schwindelnder Höhe: Handwerker lösen die Schrauben, mit denen Wetterhahn und Turmkugel auf der Kirchturmspitze festgemacht sind.


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