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Auf einem Teil des Friedhofs Altenhagen I könnten fünf Baugrundstücke entstehen

Häuser statt Gräber

Altenhagen I. Der Friedhof ist zu groß: Große Flächen sind frei, die Stadt muss sie trotzdem für viel Geld pflegen. Jetzt hat man im Rathaus eine Lösung entwickelt: Ein breiter Streifen des Geländes soll in Baugrundstücke umgewandelt werden. In den kommenden Jahren könnten insgesamt fünf Häuser entstehen.

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VON CHRISTIAN ZETT

Konkret geht es um den vorderen Abschnitt des Geländes – rechts vom Haupteingang bis einschließlich eines früheren Lagerplatzes vor dem Friedhof. Dass es im Ort und drum herum eine entsprechende Nachfrage gibt, davon ist Gerd Gennat von der Stadtverwaltung überzeugt: „Vielleicht haben einige ein Problem damit, am Friedhof zu wohnen.“

Doch gerade eine solche gezielte Lückenschließung sei durchaus attraktiv: „Man hat nur ein paar Monate Dreck und Ärger, dann sieht alles gut aus. In einem großen Neubaugebiet ist das ganz anders“ – hier dauert es oft Jahre, bis alles Straßen befestigt und alle Flächen bepflanzt sind.

Gennat schweben zunächst drei bebaubare Grundstücke vor, die auf einer ungenutzten Fläche entstehen sollen. Zwei weitere könnten folgen, wenn in einigen Jahren mehrere Gräber nach Ablauf der Ruhefrist eingeebnet sind. Einziges Manko an den Grundstücken: Sie sind vergleichsweise klein. „Wir können nur 15 oder 16 Meter in den Friedhof rein.“ Abzüglich vorgeschriebener Grenzabstände bleibt eine Haustiefe von höchstens neun Metern, daneben passt noch eine Garage. Für einen großen Garten ist kein Platz. „Aber dafür ist die Wohnlage ruhig, man ist schnell in der Natur und hat einen tollen Blick ins Tal“, schwärmt Gennat.

Am Zug ist jetzt zunächst der Ortsrat: Er hat das Thema in seiner Sitzung am Montagabend kurz besprochen; Bürgermeisterin Kay Dettmer schwebt zunächst eine Bürgerversammlung vor. Gibt die Politik ihren Segen, will Gennat innerhalb der Stadtverwaltung die nötigen Weichen stellen: „Wir wollen das Projekt dann möglichst zeitnah realisieren. Wenn alles perfekt klappt, könnte es vielleicht im nächsten Jahr schon losgehen.“

Für Gennat wäre die Umgestaltung nicht nur ein Gewinn für den Ort, sondern auch die späte Reaktion auf ein großes Problem aller städtischen Friedhöfe: „In Altenhagen merken wir ganz deutlich, wie uns die Veränderung der Bestattungskultur überrannt hat.“ Drei bis fünf Jahre bevor der Trend zum Urnenbegräbnis erheblich weniger Platz nötig machte, habe die Stadt in Altenhagen eine Erweiterungsfläche eingerichtet: „Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir das nie gemacht.“

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